DIE GEISTERWELT
Blick in die geistige Welt an Weihnachten
"Schon manches habe Ich dir gegeben über dieses Fest, wie man es begehen soll, was es eigentlich ist, und wie es im ganzen Geisterreich ebenfalls betrachtet und gefeiert wird, und doch bin Ich noch nicht zu Ende, euch die Bedeutung Meines Daniedersteigens zu erklären und zu erläutern, weil Ich eben sehe, wie ihr trotz allen Lichts und aller Wahrheit, die Ich über euch ausströmen lasse, doch noch nicht von allem Angelernten lassen könnt, und stets weltlich nach euren, aber nicht nach Meinen Begriffen, Mich, die Welt, und euch selbst beurteilen wollt, und so muss Ich gerade bei dem Erinnerungstag, welchen ihr heute feiert, wieder anbinden, und euch so manches oft Gesagte entweder wiederholen oder wenigstens das Gesagte in neuem Licht darstellen.
Schon oft habe Ich euch gesagt, es gibt keine Materie, alles ist geistig, und Geist ist der Hauptstoff, und die materielle Überkleidung nur Nebensache, ja beinahe in Anbetracht des Geistigen, welches sie durchdringt, als nicht daseiend zu betrachten; so nämlich käme euch alles vor, wenn ihr es mit geistigen Augen zu betrachten verstündet.
Geist bin Ich, Geist ist alles was Ich erschuf, und sich vergeistigen oder stets höher steigen muss alles, was aus Mir hervorgegangen ist. Diese drei Dinge müsst ihr vorerst wohl fest ins Auge fassen, damit ihr erkennen lernt den Standpunkt, von welchem ihr alles beurteilen sollt.
Geistige Seelen bewohnen die materiellen Körper der einzelnen Menschen, aber geistige Seelen bewohnen auch die Erden, Sonnen, Monde und Kometen oder Wandelsterne.
Wie eure Seele sich kundgibt beim Ausbilden der Bestandteile des Körpers, welchen sie aufbaut, verschönert und erhält, und ihn endlich wieder zerstören helfen muss, wenn seine Zeit abgelaufen ist, ebenso die Erdseelen als die geistigen Kräfte von Sonnen- und Weltsystemen. Überall ist die bildende Kraft, auch die erhaltende und die zersetzende oder verwandelnde, welche entstehen, erhalten und zerstören hilft, um nur das Geistige stets freier zu machen, es stets Mir näher zu führen. So geht es im Großen wie im Kleinen nach den nämlichen Gesetzen, geistige Errungenschaften sind überall das Endziel.
Solange ihr euch nicht daran gewöhnt habt, die Welt und euch selbst so zu beurteilen, werdet ihr nie eine tiefere Einsicht ins geistige Leben gewinnen, werdet stets mit jedem Schritt entweder unerklärliche Rätsel für euch haben, oder Wunder erblicken, wo nur die höchst einfachen Naturgesetze walten.
Seht, dieses geistige Verwandeln geht in einem Fort vor sich, vom Anbeginn an, wo die Welt durch Mich geschaffen, ist das nämliche Bedürfnis alles Wesenden, entweder die umgebende materielle Hülle so zu vervollkommnen als es nötig ist zum freien geistigen Verkehr oder, wenn die Form hindernd auftritt, selbe zu zerstören und eine bessere sich zu verschaffen.
So geht es in der grob-materiellen Verwandlung des Mineralreichs, so im Ringen des ganzen Tierreichs, und so im unbewussten Drang der Menschheit, welche ebenfalls nicht weiß, warum sich gewisse Tendenzen geistig noch höherer Entwicklung überall kundgeben, und oft gerade in einer Zeit, wo man alles Geistige unterdrücken möchte.
Dieser geistige Drang bezeugt am meisten, welchen Ursprungs alles ist, da er sich teilweise wohl dämpfen, aber nicht ersticken lässt.
Nur wenn er zu mächtig wird, dann kommen die Menschen mit ihren angelernten Ideen aus den Kinderjahren in Kollision, sie möchten die Welt sich gern einrichten nach ihren Begriffen, auch Ich sollte nur so sein, wie sie es sich einbilden, und wenn aber die Welt doch anders ist als wie sie es glauben, und wenn Ich anders handle als wie sie es von einem Gott erwarten, dann, wie ihr oft sagt, schütten sie das Kind mit dem Bad aus, und gehen von einem Extrem zum anderen wie vom blindlings alles glauben zu gänzlicher Verleugnung auch dessen, wovon sie die unumstößlichsten Beweise des Gegenteils haben.
Seht, Ich will euch hier so manches wieder vorführen, was schon öfters angedeutet wurde, um euch zu beweisen, wie einseitig ihr über alles, und besonders über das Wichtigste, über Mich, die Welt und euer eigenes Ich und eure Bestimmung eigentlich denkt, weil man es euch so gelernt, und wie falsch und kindisch da eure Begriffe sind.
Seht, Ich habe euch am Anfang gesagt, alles ist Geist, erster Punkt, den ihr nicht begreifen wollt, ihr könnt euch nicht vertraut machen mit dem Gedanken, dass alles was ihr seht, eigentlich nichts, und alles was ihr nicht seht, alles ist. Und doch ist es so, ihr mögt euch sträuben wie ihr wollt, denn wegen euren beschränkten Ideen kann Ich meine göttliche nicht ändern.
So seht ihr, natürlich mit geistigem Auge, nicht den einfachsten Prozess in der Natur, wie die aus der Erde entbundenen Geisterpartikel aufsteigen gegen das Licht der Sonne, und mit den geistigen Lebenskräften des Sonnenstrahls sich verbindend alles hervorbringen, was die Oberfläche der Erde erhält, selbe verschönert und so einrichtet, dass lebende Geschöpfe auf selbe fortkommen und sich ihres Daseins erfreuen können.
Nicht eine Blume, einen Grashalm, oder Baum begreift ihr in ihrem geistigem Wirken, ihr studiert die Pflanzenkunde, nummeriert, klassifiziert sie, entdeckt auch manchmal Heilkräfte in einem oder dem anderen Gewächs, aber wo diese Heilkraft herkommt, und wie selbe eben in dieser und keiner anderen Pflanze vorkommt und dort zubereitet wird, das sagt euch eure Botanik und die damit sich abgebenden Gelehrten nicht. Wollte Ich euch nur eine Pflanze erklären, ihr würdet erstaunen vor der Finsternis, welche in eurem Wissen herrscht, was eben nur wieder beweisen würde, dass das, was ihr nicht seht, die Hauptsache unsichtbar, die materielle Entwicklung der Pflanze euch sichtbar aber Nebensache ist.
Seht einen Baum an, wo ist die geistige Verbindung seiner Säfte, wo der Grund der Bildung seiner Bestandteile, von der Wurzel angefangen bis zur Blüte und Frucht, alles ist geistig, und eure Mikroskope sagen es euch nicht, sie zeigen euch nur stets kleineres und kleineres Zellengewebe, was aber in dieses Zellen das harte Holz des Baums, seine schattigen Blätter oder seine süße Frucht bereitet, das entdeckt ihr nicht, und doch sollt ihr von diesem Gesichtspunkt aus geistige Botaniker werden, dann würdet ihr wohl etwas anderes sehen, und am Ende Mich auch in der letzten Pflanze eines mit Moos bewachsenen Baums finden.
Aber um zu dieser Einsicht zu gelangen, da hemmt das von Jugend auf angelernte Wissen am meisten. Ihr könnt euch desselben nicht entledigen, und bleibt mitten unter Wundern geistig blind.
Seht das Tierreich an, welch falsche Begriffe habt ihr von selbem, und wie gebraucht und missbraucht ihr die große Vielfältigkeit aller mit und für euch geschaffenen Geschöpfe, und warum? Weil von Jugend auf euch gepredigt wurde, du bist Mensch, und das ist nur ein Tier, du bist unsterblich, das Tier aber sterblich usw. Nun frage Ich aber auch: Wer beweist denn von euch die Sterb- oder Unsterblichkeit einer Tierseele? Noch niemand hat weitergedacht als wie sein Professor oder Pfarrer gesagt hatte. Der Professor ermuntert noch zur Qual von unschuldigen Tieren die studierende Jugend, und der Pfarrer füttert vielleicht selbst mit allen künstlichen Mittel sein Geflügel, um seinen eigenen Gelüsten zu frönen, indem ihm sein Bauch mehr als sein Kopf wert ist.
So, mit angelernten Vorurteilen angefüllt, lernt die Jugend grausam sein gegen eine große Welt von Seelen, denen die Sprache versagt ist, dem Menschen ihre eigenen Schmerzen zu offenbaren, und ihn vielleicht oft auch nur durch einen einzigen Angstruf zu beschämen. So seht ihr, wie Groß und Klein mordet ohne Not, oft zum Zeitvertreib oder aus Gefräßsucht, unbekümmert um ein geistiges Entwicklungsleben, welches wie in der groben Materie so auch in der Tierwelt besteht und bestehen muss, soll es ein Fortschreiten geben.
Wenn Ich nun auf den Menschen selbst übergehe, welche kindische Vorstellungen hat er nicht von sich und von Mir! Der eine glaubt, er als Mensch sei eigens von Mir erschaffen um Herr seiner Welt zu sein, wo er mit allem was ihn umgibt, schalten und walten könne wie es ihm beliebt! Zuerst macht er sich zum Alleinherrscher, um alles andere seinen Gelüsten und Leidenschaften unterzuordnen. Er vergisst dabei ganz, dass, obwohl er die letzte Stufe der sichtbaren Stufenleiter auf dieser Welt ist, er doch nie die geistige Intelligenz der ihn umgebende Tierwelt vergessen oder missbrauchen sollte!
Die Menschen alle erkennen nicht, was die Tierwelt ihnen sein sollte und mit welch zarten, geistigen Mitteln und Fähigkeiten die meisten von ihnen ausgestattet waren, um den Menschen in seiner Arbeit dienlich zu sein, um ihm das Leben, aber nicht den Gaumen zu versüßen.
Eitles, irregeführtes Menschengeschlecht! Du hast deine treuesten und anhänglichsten Gefährten entartet, verwildert und misstrauisch gemacht, eben weil du wieder nichts Geistiges annehmen wolltest, wo doch selbes die Hauptsache war. Jetzt muss du kämpfen gegen Tiere, die deine Freunde sein sollten, da du sie zu deinen unversöhnlichsten Feinden geschaffen hast.
Und wenn dann Ich komme und will den aus Meinem Ich abgestammten Geistern ihre und die Abkunft alles Geschaffenen etwas mehr ins Gedächtnis rufen, da verwerfen sie Mich, Meine Worte und Meine Beweisgründe, weil sie zum Teil es nicht für möglich halten als könnte ein Gott zu Seinen Geschöpfen reden, oder, wenn Er reden wolle, Er anders sprechen müsste, als Ich es wirklich tue und warum. Eben weil wieder Menschen die Menschen gelehrt und ihnen nur Menschliches eingeprägt haben, zum Beispiel Ich sei ein Gott der Rache, des unverzeihlichen Zorns usw., wie noch heutzutage Mein sein wollender Stellvertreter auf Erden in seinem ganzen Leben mehr geflucht als gesegnet hat.
Von Mir verlangen die Menschen, dass Ich wie ihre Majestäten, stets nur durch andere Meinen Willen kund tun sollte, und dass man bei Mir wie bei ihnen durch Protektion, Fürbitte usw. mehr erhalte als auf geradem Weg. Seht da alle eure Heiligen, eure Fürbitter, eure Feier- und Bußtage, welch schwache kindische Begriffe sie dartun, während Ich doch ganz etwas anderes bin, und auch von euch ganz was anderes will.
Und wenn Ich da Licht werden lasse, so wendet ihr euren Blick scheu zurück und zieht die Finsternis vor. Welch ein Unsinn, und doch ist es so!
Was habt ihr für einen Begriff vom Jenseits? Wie kleinlich sind die Begriffe von ewiger Strafe, von Hölle, Fegefeuer und all dem Unsinn, den Menschen ausgekartet haben, um nur für sich, aber nicht für Mich zu arbeiten. Wenn Ich dann auftrete und allen sage: Aber, Meine Kinder, die andere Welt ist nicht so wie ihr es glaubt, die jenseitige Welt ist nur eine Fortsetzung der diesseitigen, so wenden sie den Kopf weg mit dem Bemerken, es kann nicht sein, und Ich sage es ist doch so.
Nur ein kleines Verständnis in geistigen Dingen würde einem jeden klar zeigen, dass kein Sprung, sondern ein sanfter Übergang in allem ist, nur eine flüchtige Durchsicht des Bestehenden würde den Menschen zeigen, dass Leidenschaften, gute und schlechte, nicht im materiellen Leib stecken, sondern Eigentum der Seele sind und Eigentum derselben auch nach dem Tod verbleiben.
Lebt nun die Seele fort, so lebt sie in ihren Begriffen und in ihren Ideen fort, welche sie auf Erden hatte, und wird sich auch dort aufzuhalten suchen, wo das sich befindet, was für sie bei Lebzeiten das Interessanteste, das Wichtigste war.
Deswegen, wenn, wie es jetzt der Fall ist, das Geisterreich euch Menschen näher gerückt wird und ihr von den Dahingeschiedenen Dinge erfahrt, welche nicht in euren Kram passen, so wird das als Narrheit ausgeschrien, was die Verstorbenen leider nur zu spät als Wahrheit an sich selbst erfahren mussten.
Die alles Geistige verwerfende Menschheit gibt dadurch das größte Zeugnis von ihrer geistigen Blindheit, weil sie schnurstracks verwirft, was gegen ihre gewohnten Ideen verstößt, statt eben durch diese Enthüllungen mehr zum Nachdenken angeregt zu werden.
Ich sage euch, Meine Kinder, die Welt drüben sieht ganz anders aus als ihr glaubt oder hofft!
Seht, ihr, die ihr nur glaubt, was ihr seht, tastet oder fühlt, Ich sage euch wie Ich es im Anfang anführte, die Welt ist überall nur Geist, nur Geistiges ist die Hauptsache.
Ihr aus dieser Welt seid von Geistern, von Verstorbenen stets umgeben, seid nie allein, um euch herum geht es oft ganz kurios zu, denn Millionen von Seelen sind zwar von der körperlich-materiellen Welt geschieden, aber ihr Herz, ihre Wünsche, ihr Sehnen hält sie an der Scholle Erde fest, wo sie gelebt und gewirkt haben.
Sie wollen sich überall eindrängen, beeinflussen den Menschen auf allen möglichen Weisen, manifestieren sich auch, wenn sie können.
Ein jeder Dahingeschiedener sucht Schlechtes gutzumachen, Gutes zu verbessern, auf Kinder, Verwandte und Freunde einzuwirken, auch die Schlechtesten suchen ihr früheres Leben fortzusetzen, sie müssen sich ausleben, müssen satt werden, damit die Lust nach etwas Besserem in ihnen erwacht.
Wisst, es wandern auf eurer Erde noch Menschen herum, die längst vor Meiner Ankunft auf dieser Erde gestorben sind. Sie finden sich drüben nicht zurecht, wollen die Verhältnisse von dort nicht verstehen und hoffen immer durch Zerstreuung, durch Einmischen in das Leben anderer, die eigenen Gewissensvorwürfe zu beschwichtigen, da ein jeder sich selbst von innen heraus bessern muss, und Ich nicht im Mindesten da einen Zwang eintreten lassen kann. Der Mensch ist frei, mag er in körperlicher oder in geistiger Hülle ein Teil Meiner Schöpfung sein.
Dieses bedenkt und betrachtet dann die Welt vom anderen, geistigen Gesichtspunkt, damit die lang angewöhnten Irrlehren einmal fallen, und Mein Wort vom Anfang der Schöpfung, es werde Licht, auch bei euch anwendbar sei.
Wenn die Menschen von dem anderen, bei weitem längeren Leben etwas erfahren, so schütteln sie die Köpfe, es will ihnen nicht eingehen, dass das vermeinte Paradies und das endlich einmal Ruhe von weltlichen Sorgen nicht mit dem Sargdeckel seinen Abschluss haben sollte.
Aber Menschen, bedenkt doch, dass alles Geist ist! Ihr auf eurer Erde steckt mitten zwischen Geistern, um euch herum ist eine große unendliche Geisterwelt, die auf der Oberfläche der Erde anfangend hinauf und hinauf stets fortschreitend eine Stufenleiter von Genüssen ist, wo, je leichter, d.h. je moralischer ein Mensch ist, desto höher kann er sich schwingen, desto größere Aus- und Umsicht bietet sich im dar, und desto mehr wird er begreifen, was Ich euch hier sagen will, dass die Welt etwas ganz anderes ist, als wie die meisten Menschen sich selbe vorstellen.
Wie könnt ihr doch glauben, dass ein Gott, ein Wesen weit über eure Begriffe erhaben eine Welt geschaffen hätte, die in wenigen Lehrstunden von euch erfasst und begriffen werde. Wäre dieses der Fall, so müsste entweder wenig Göttliches darin oder ihr müsstet selbst Götter sein.
Seht, was euch die Astronomen von der Größer Meiner Welt sagen, wie groß nach eurem Maßstab sind die Welten und ihre Entfernungen, und was wird in diesen und jenen mit euren Instrumenten kaum fühlbaren Fernen erst noch sein.
Seht, unendlich bin Ich und unendliche ist Meine Welt, Millionen Welten und Millionen Wesen bevölkern sie, die Mannigfaltigkeit ist wie der Sand am Meer, und neben den bestehenden Welten gibt es noch Millionen von Schweifsternen, welche ebenfalls einst Sonnensysteme und Planeten werden.
Wo ist der Raum, der dem Licht seine Grenze misst, wo der Ort, wo Meine Schöpfung anfing und wo sie aufhört?
Ihr sterbliche, erschaffene Menschen begreift dieses nicht, versteht es nicht, und könnt nur ahnen, was wohl der Herr aller Herrscharen dort alles noch aufbewahrt hat für Geister mit starker Sehe.
Wohl gibt es verschiedene Wesen, die Meine Welten bevölkern, große Körper mit kleinen Seelen, und kleine Körper mit großen Seelen, wie ihr winzige Erdmenschen seid, wo Ich Selbst herabstieg, um auf kurze Zeit unter euch Wohnung zu nehmen.
Millionen von Welten erstanden und vergingen, und ihr habt keine Notiz davon erhalten, andere Welten entstehen neu, gehen den ganzen geistigen Prozess der Entwicklung durch, um zu werden, was andere waren, und zu erfüllen den Zweck, zu Meiner Glorie beizutragen; denn bevölkert werden sie werden mit Wesen, die gemäß ihres Wohnorts den geistigen Stufengang durchmachen müssen, so wie einst euer Sonnensystem und eure Erde selbst.
Überall ist, wo Hunger Sättigung, wo Trieb nach aufwärts, da sind auch die Mittel vorhanden selben zu befriedigen. Überall im unendlichen Raum lebt und webt Geistiges, bildend, zersetzend, und selbst die körperliche Natur verfeinernd bis einst alles Grobmaterielle gelöst erst rein-geistig wieder eine ebenso unendliche Schöpfung darstellt als wie die früher körperliche war.
Überall ist Geist, bei euch wie im letzten Nebenflecken als in einem Komplex von Sonnen, wo Meine Liebe und Gnade ebenso wirksam ist, wie bei euch im kleinsten Wurm, der euren Boden bekriecht.
Und eben jetzt, wo heute das Weihnachtsfest oder das Fest Meiner Geburt auf Erden bei euch gefeiert wird, eben jetzt will Ich euch wieder erinnern daran, dass, als Ich die Einkleidung Meines göttlichen Ichs in die menschliche Form beschloss, nicht gerade ihr es wart, weswegen Ich diesen Schritt getan habe, sondern es galt der ganzen geistigen Schöpfung. Indem Ich allen zeigen wollte, dass kein Unterschied zwischen wollen und können, und dass eben der Geist, soll er Mir ebenbürtig werden, eine Schule durchmachen muss, die seiner Abkunft würdig und seiner Bestimmung gemäß sei.
Um dieses festzustellen, begründete Ich es durch die Tat, und so geht zwischen all den Verirrungen der Menschen auf allen Welten und auch auf der eurigen Mein Leben, Wirken und Lehren als ewig unumstoßbares Ideal hindurch, als Beispiel leuchtend wie ein Geist, Abkömmling von Mir, sich in seinen verschiedenen Verhältnissen zu benehmen hat, damit er als Geist Geistiges erringen kann.
Deswegen sei euch allen dieser Tag ein Tag von höchster Wichtigkeit, wo Ich als Kind in menschlicher Hülle eure Erde betrat, wo die Heerscharen der Engel sangen: Friede sei mit euch!
Diesen Frieden euch zu bringen, den ewigen geistigen Frieden, den unzerstörbaren, diesen sollte Meine Lehre begründen, sollte euch und allen geschaffenen Wesen zur Richtschnur und Kenntnis sein dessen, was ein Wesen leisten kann und leisten muss, soll es einst Mein Kind werden.
Unmündig wie Ich einst in der Krippe lag, ebenso unmündig wart ihr als Ich zu euch kam, Meine Lehre dann später predigte, und wenngleich neben allen Verirrungen der Menschheit diese einzige, große, aber einfache Lehre euch noch nicht zur rechten Erkenntnis kommen ließ, so wird, ja muss die Zeit doch kommen, wo sie allgemein angenommen und ausgeübt wird. Denn ein Gott hat sie gegeben, und was der Schöpfer alles Sichtbaren als einziges geistiges Merkmal in Seiner Schöpfung hinstellte, das kann nicht zerstört werden; wohl verdunkelt, missdeutet, aber nicht vernichtet wird die Sonne des Glaubenslichts an ein höchstes Wesen, an ein ewig liebendes Vaterherz, Der alle Seine Kreaturen erschuf, nicht, dass sie von Seiner Willkür abhängen, nein, dass sie als Kinder Seiner Schöpfung Ihn verstehen, begreifen und lieben lernen.
Liebe war der Grund Meiner Schöpfung, Liebe verlange Ich von Meinen Geschöpfen, und als selbst diese Liebe anfing, missdeutet zu werden, stieg Ich herunter auf euren kleinen, finsteren Erdball, als Kindlein anfangend, selbst die Liebe einer kreatürlichen Mutter verlangend, damit alle Wesen Meiner Schöpfung sehen, wie Ich als unmündiges Kind Liebe empfangend selbst dann geistig wieder durch Liebe vergelten will.
So war Mein Geburtstag der erste Schritt zu einer neuen Geisterordnung, und wenngleich Millionen und Millionen von Jahren voraus andere Welten erschaffen, bevölkert und eingerichtet waren, so war ihr ganzes Leben nur ein geistig ahnendes.
Erst mit Meinem eigenen Schritt der Demütigung eröffnete Ich allen Geschöpfen die Pforte des geistigen Himmels, wo ein ewiges Annähern an Mich möglich geworden ist, und so müsst ihr diesen Erinnerungstag nicht gerade für euch allein, sondern für die ganze große Schöpfung der Geister annehmen, wo Lebende wie Verstorbene, in Körper eingekleidete wie in leichten Vehikeln schwebende Geister auch noch einen Erinnerungstag feiern, welcher, einst von vielen missverstanden, jetzt in schönerer Klarheit von ihnen erfasst wird.
Mögen die Wirren auf eurer kleinen Erde auch ernstere Gestalt annehmen, seid ruhig dabei, streift aber vorerst alles Weltliche von euch ab, lernt geistig sehen wie in und um euch eine ganz andere Welt ist als Schule und Welt es euch lernten, lernt erkennen, dass Mein Wirken und Lehren ein ewiges Beispiel für alle ist, die geistige Erziehung erhalten wollen. Trennt euch von den Ansichten aus Jugendzeiten, erhebt euch über das Gewirr des menschlichen Treibens.
Dieses flüchtige Leben ist nur ein Probe-, ein Scheinleben, das wahre Leben beginnt erst wenn ihr auch mit anderen Mitteln begabt einen Flug aufwärts wagen könnt.
Trachtet also, so leicht als möglich zu werden, damit nicht irdische Schwere euch abhält, den Weg eurer Bestimmung zu gehen, den Ich euch schon mit so vielen Worten und Strömen des Lichts bezeichnet habe.
Jeder Erinnerungstag Meines Kommens oder Gehens aus dieser Welt sei euch eine Erinnerung jener großen Worte, die Ich einst gesprochen, wo Ich sagte: Wer Mich anbeten will, muss Mich im Geist und in der Wahrheit anbeten, denn Ich bin ein Geist, und wo Ich ferner sagte: Mein Reich ist nicht von dieser Welt.
Diese beiden Worte sollen euch erstens Meine Stellung als Lehrer und Führer bezeichnen, und sollen euch auch klar zeigen, wie und auf welche Weise ihr euch Mir nähern könnt, und wenn Ich sagte, Mein Reich ist nicht von dieser Welt, so soll euer Trachten dahin gehen, euch einen Schatz in der anderen größeren und ewigen Welt zu erringen, der unvergänglich ist, während alles Errungene dieser Welt erstens ein Trug ist, und zweitens beim Scheiden zurückgelassen werden muss.
Macht euch nichts aus der weltlichen Armut, geistiger Reichtum entschädigt für alles, auch Ich kam in einer Krippe, in einer Höhle zur Welt, hatte auch später nicht einen Stein, den Ich Mein nennen konnte, und doch habe Ich euch und Meiner ganzen Schöpfung einen geistigen Reichtum hinterlassen, an dem alle Wesen Äonen von Jahren zehren können und der Schatz wird sich nie verringern, ja sogar vermehren durch das Hinzukommen von tausend Schätzen, die Meine Kinder gesaugt aus dem Meinigen, und sie Mir dankbar wieder zurückbringen werden.
Der Friede sei mit euch, so rufe Ich euch ebenfalls zu, bewahrt den geistigen Frieden, denn er ersetzt, was der weltliche Gang der Ereignisse vielleicht euch rauben könnte. So möge, am heutigen Tag gegeben, dieses Wort euch im engen Kreis und allen im weiteren Sinn ein ewiges Denkmal bleiben, wie ihr geistige Geschöpfe stets alles nur geistig betrachten, auffassen und danach leben sollt, denn nur so seid und könnt ihr wahre Bürger eines großes Geisterreichs werden, das als Vorbild Mich als Erdensohn und als höchstes Endziel Mich als Gott und Schöpfer hat.
Diesem Ziel näher zu kommen, möge jeder Tag euch weiterführen bis die irdische Laufbahn mit beschränkten Mitteln erloschen und eine größere auf geistigem Weg beginnen wird, wo ihr erst im vollen Sinn begreifen werdet, was Ich euch hier nur in kurzen Umrissen dartun konnte.
Heute feiert man Weihnachten, eine geweihte Nacht, möge sie ein geweihter Tag werden, an dem die Sonne der Erkenntnis nie untergehen soll. Amen."
Quelle: "Wahrheit über Spiritismus", Neu-theosophische Schrift Nr. 41, Kundgabe vom 25. Dezember 1874