Gottfried Mayerhofer Ehe - Gottfried Mayerhofer

Direkt zum Seiteninhalt
EHE UND FAMILIE

Das Streben zweier nach Vereinigung,
ein Grundgesetz der Liebe
Sieh, dein Freund und Bruder möchte eine Erklärung haben, warum zwei Körper oder zwei Seelen nach Einigung streben, und warum diese Einigung eines Meiner Hauptgesetze der Schöpfung ist, warum Ich Mich als Gott, als Christus, auf die Erde begeben, und dort ebenfalls, aber mit anderen Mitteln, das Gleiche angestrebt habe. Sieh, Mein Sohn, dieses alles zu erklären, muss Ich dich weit zurück, nämlich in die Anfänge Meiner Schöpfung führen, damit du erkennen mögest, wie dort schon als erstes Grundprinzip der Liebe diese Einigung zweier zu einem Ganzen nötig war.
Nun höre also, um dir das begreiflich zu machen, so muss Ich mit weltlichen Beispielen die höchsten geistigen Dinge erklären, damit du dann leichter einsiehst, was da ein Mensch tut, das nie auf seinem eigenen Feld gewachsen ist, sondern von Mir, seinem Schöpfer, ererbte und verliehene Gnadengeschenke sind. Sieh, ihr in eurem ganzen geistigen Wirken habt stets einen Hintergedanken, warum ihr das oder jenes tut. Dieser Hintergedanke ist im Allgemeinen das Urteil des Nebenmenschen, von welchem ihr geehrt, geschätzt, ja oft beneidet sein wollt.
Nun, was besagt dieses alles? – Dieses alles will mit anderen Worten sagen, mein Handeln und Wirken muss einen Zweck haben, für andere mehr als für mich selbst; und dieses abermals in andere Worte gefasst besagt, die Liebe ist die Anregerin zu Taten, die durch die Weisheit geregelt dann bei anderen wieder Liebe erwecken sollen, und so dem aus Liebe handelnden seine Liebe durch die Anerkennung seines Strebens wieder zurückgeben.
So auf diese Art nähern sich zwei Wesen oder Geister, finden durch ein drittes, das beide gleich begeistert, das Band, welches sie in eins verbindet.
Nun, was Ich dir hier erklärt habe, das tat auch Ich, als Ich die  materielle Welt erschuf. Ich schuf selbe auch nicht für Mich, Ich schuf sie und ihre Geister, damit alles, Materie und Geist, von Stufe zu Stufe aufsteigend, Mir alles das wieder vereinigt zurückgeben soll, was Ich in einzelnes getrennt verteilte.
So entstand im Anfang die materielle Welt und zuvor die geistige, wo Satana als erster und größter Geist Mein wie ihr sagt „mathematisches Komplement [Ergänzung]“ sein sollte.
Satana überhob sich, kehrte ihre von Mir ihr gegebene Macht gegen Mich, und Ich war gezwungen, diesen großen Geist in die Materie zu verbannen, wo er, da er als Ganzes nicht zurückkehren will, nun in Parzellen den Weg zu Mir nehmen muss, bis das Übriggebliebene keines Widerstands mehr fähig ist, und entweder für ewig fallen oder ewig sich wieder heben muss.
Ich erschuf die ganze materielle und geistige Welt, damit Ich in dem Genuss der erschaffenen Wesen, in ihrer eigenen, sich Mir zuwendenden Liebe die Meinige erwidert, und so die Geister frei in Meinen Schoß zurückkehren sehe. Die Liebe schuf, die Weisheit regelt das Geschaffene, und das Erkennen dieser reinsten Beweggründe von Seiten der Geister vereint dann selbe mit Mir, so dass wir eines Gedankens und eines Sinns werden sollen.
Als Ich die Welt eingerichtet, und neben allen Versuchungen die Freiheit den einzelnen Individuen beließ, da musste Ich doch auch den geschaffenen Geistern im höchsten Sinn eigentlich angeben, was Ich unter Einswerden verstehe, und zu diesem Zweck ging Ich Selbst mit dem Beispiel voran, wurde Mensch, kleidete Mich in die Materie, und begann den Lebenslauf, welchen ihr wisst, sowohl den Anfang als auch sein Ende. Ich entkleidete Mich als Sohn der Liebe, und behielt bloß die Weisheit, d.h. das Bewusstsein des Verständnisses Meiner Abkunft, und die Einsicht in das große Machwerk Meiner Schöpfung.
So zeigte Ich der ganzen Geisterwelt die Möglichkeit Meiner Forderung Genüge leisten zu können, setzte für euch Menschen den Grenzstein des höchsten idealen Vorbilds, welches ein Mensch, wenn er will, leisten kann, und als Ich Meine Mission vollbracht, kehrte Ich zu Meinem Vater, wie Ich dort Mich ausdrückte, d.h. zu Meiner Liebe wieder zurück.
Nun, was die Vereinigung oder Gesinnungseinigung von zwei Wesen zu einem ist, das ist auf eurer Erdenwelt der Drang der Vereinigung von zwei geschlechtlich verschiedenen Wesen zu einem ganzen. Daher der geistige Drang, dieses zu erreichen, was weit vor aller Schöpfung schon bestand, und auch in alle Unendlichkeit der Zeiten hinausreicht.
Was nun bei geistigen Wesen, d.h. bei moralisch guten liebenden Wesen das Bindemittel oder das vereinigende Dritte ist, sieh, Mein Sohn, das bin Ich, als Ausdruck der höchsten Liebe, Ich, als Inbegriff aller möglichen Abstufungen, wie die Liebe sich äußern könnte, und als Vaterliebe in einem Wort ausgedrückt, was alle Nebenzweige nur teilweise ergänzen können. Ich also, als die höchste Liebe, bin das gemeinschaftliche Band, das alles zusammenhält, und den Erkenner seiner selbst Mir und seinem ergänzenden Geist näher führt, und so stets zwei zu einem vereinigt.
Was also die eheliche Liebe sein sollte, ein Zusammengehen zweier nach einem und demselben Ziel, nämlich ihre Vereinigung mit Mir anbahnend, das soll die Geistergemeinschaft werden, welche dann noch weit über dieses kurze Erdenwanderleben hinaus erst dort begriffen wird, wo kein fester materieller Körper die Schwingen der Seele mehr hemmt, sondern vereint mit dem geliebten Ergänzungsgeist Meinen Gesetzen gemäß Mir in unendlicher Liebe wieder zurückgibt, was Ich in sie hineingelegt habe.


Quelle: „Liebe, das Grundgesetz alles Lebens“, Neu-theosophische Schrift Nr. 38, Auszug aus der Kundgabe v. 24. Dezember 1871

Zurück zum Seiteninhalt