Gottfried Mayerhofer Weihnachtsfest und Bedeutung für die Schöpfung - Gottfried Mayerhofer

Direkt zum Seiteninhalt
Das Weihnachtsfest
und seine Bedeutung für die gesamte Geisterwelt
Eben jetzt, wo heute das Weihnachtsfest oder das Fest Meiner Geburt auf Erden bei euch gefeiert wird, eben jetzt will Ich euch wieder erinnern daran, dass, als Ich die Einkleidung Meines göttlichen Ichs in die menschliche Form beschloss, nicht gerade ihr es wart, weswegen Ich diesen Schritt getan habe, sondern es galt der ganzen geistigen Schöpfung. Indem Ich allen zeigen wollte, dass kein Unterschied zwischen wollen und können, und dass eben der Geist, soll er Mir ebenbürtig werden, eine Schule durchmachen muss, die seiner Abkunft würdig und seiner Bestimmung gemäß sei.
Um dieses festzustellen, begründete Ich es durch die Tat, und so geht zwischen all den Verirrungen der Menschen auf allen Welten und auch auf der eurigen Mein Leben, Wirken und Lehren als ewig unumstoßbares Ideal hindurch, als Beispiel leuchtend wie ein Geist, Abkömmling von Mir, sich in seinen verschiedenen Verhältnissen zu benehmen hat, damit er als Geist Geistiges erringen kann.
Deswegen sei euch allen dieser Tag ein Tag von höchster Wichtigkeit, wo Ich als Kind in menschlicher Hülle eure Erde betrat, wo die Heerscharen der Engel sangen: Friede sei mit euch!
Diesen Frieden euch zu bringen, den ewigen geistigen Frieden, den unzerstörbaren, diesen sollte Meine Lehre begründen, sollte euch und allen geschaffenen Wesen zur Richtschnur und Kenntnis sein dessen, was ein Wesen leisten kann und leisten muss, soll es einst Mein Kind werden.
Unmündig wie Ich einst in der Krippe lag, ebenso unmündig wart ihr als Ich zu euch kam, Meine Lehre dann später predigte, und wenngleich neben allen Verirrungen der Menschheit diese einzige, große, aber einfache Lehre euch noch nicht zur rechten Erkenntnis kommen ließ, so wird, ja muss die Zeit doch kommen, wo sie allgemein angenommen und ausgeübt wird. Denn ein Gott hat sie gegeben, und was der Schöpfer alles Sichtbaren als einziges geistiges Merkmal in Seiner Schöpfung hinstellte, das kann nicht zerstört werden; wohl verdunkelt, missdeutet, aber nicht vernichtet wird die Sonne des Glaubenslichts an ein höchstes Wesen, an ein ewig liebendes Vaterherz, Der alle Seine Kreaturen erschuf, nicht, dass sie von Seiner Willkür abhängen, nein, dass sie als Kinder Seiner Schöpfung Ihn verstehen, begreifen und lieben lernen.
Liebe war der Grund Meiner Schöpfung, Liebe verlange Ich von Meinen Geschöpfen, und als selbst diese Liebe anfing, missdeutet zu werden, stieg Ich herunter auf euren kleinen, finsteren Erdball, als Kindlein anfangend, selbst die Liebe einer kreatürlichen Mutter verlangend, damit alle Wesen Meiner Schöpfung sehen, wie Ich als unmündiges Kind Liebe empfangend selbst dann geistig wieder durch Liebe vergelten will.
So war Mein Geburtstag der erste Schritt zu einer neuen Geisterordnung, und wenngleich Millionen und Millionen von Jahren voraus andere Welten erschaffen, bevölkert und eingerichtet waren, so war ihr ganzes Leben nur ein geistig ahnendes.
Erst mit Meinem eigenen Schritt der Demütigung eröffnete Ich allen Geschöpfen die Pforte des geistigen Himmels, wo ein ewiges Annähern an Mich möglich geworden ist, und so müsst ihr diesen Erinnerungstag nicht gerade für euch allein, sondern für die ganze große Schöpfung der Geister annehmen, wo Lebende wie Verstorbene, in Körper eingekleidete wie in leichten Vehikeln schwebende Geister auch noch einen Erinnerungstag feiern, welcher, einst von vielen missverstanden, jetzt in schönerer Klarheit von ihnen erfasst wird.
Mögen die Wirren auf eurer kleinen Erde auch ernstere Gestalt annehmen, seid ruhig dabei, streift aber vorerst alles Weltliche von euch ab, lernt geistig sehen wie in und um euch eine ganz andere Welt ist als Schule und Welt es euch lernten, lernt erkennen, dass Mein Wirken und Lehren ein ewiges Beispiel für alle ist, die geistige Erziehung erhalten wollen. Trennt euch von den Ansichten aus Jugendzeiten, erhebt euch über das Gewirr des menschlichen Treibens.
Dieses flüchtige Leben ist nur ein Probe-, ein Scheinleben, das wahre Leben beginnt erst wenn ihr auch mit anderen Mitteln begabt einen Flug aufwärts wagen könnt.
Trachtet also, so leicht als möglich zu werden, damit nicht irdische Schwere euch abhält, den Weg eurer Bestimmung zu gehen, den Ich euch schon mit so vielen Worten und Strömen des Lichts bezeichnet habe.
Jeder Erinnerungstag Meines Kommens oder Gehens aus dieser Welt sei euch eine Erinnerung jener großen Worte, die Ich einst gesprochen, wo Ich sagte: Wer Mich anbeten will, muss Mich im Geist und in der Wahrheit anbeten, denn Ich bin ein Geist, und wo Ich ferner sagte: Mein Reich ist nicht von dieser Welt.
Diese beiden Worte sollen euch erstens Meine Stellung als Lehrer und Führer bezeichnen, und sollen euch auch klar zeigen, wie und auf welche Weise ihr euch Mir nähern könnt, und wenn Ich sagte, Mein Reich ist nicht von dieser Welt, so soll euer Trachten dahin gehen, euch einen Schatz in der anderen größeren und ewigen Welt zu erringen, der unvergänglich ist, während alles Errungene dieser Welt erstens ein Trug ist, und zweitens beim Scheiden zurückgelassen werden muss.
Macht euch nichts aus der weltlichen Armut, geistiger Reichtum entschädigt für alles, auch Ich kam in einer Krippe, in einer Höhle zur Welt, hatte auch später nicht einen Stein, den Ich Mein nennen konnte, und doch habe Ich euch und Meiner ganzen Schöpfung einen geistigen Reichtum hinterlassen, an dem alle Wesen Äonen von Jahren zehren können und der Schatz wird sich nie verringern, ja sogar vermehren durch das Hinzukommen von tausend Schätzen, die Meine Kinder gesaugt aus dem Meinigen, und sie Mir dankbar wieder zurückbringen werden.
Der Friede sei mit euch, so rufe Ich euch ebenfalls zu, bewahrt den geistigen Frieden, denn er ersetzt, was der weltliche Gang der Ereignisse vielleicht euch rauben könnte. So möge, am heutigen Tag gegeben, dieses Wort euch im engen Kreis und allen im weiteren Sinn ein ewiges Denkmal bleiben, wie ihr geistige Geschöpfe stets alles nur geistig betrachten, auffassen und danach leben sollt, denn nur so seid und könnt ihr wahre Bürger eines großes Geisterreichs werden, das als Vorbild Mich als Erdensohn und als höchstes Endziel Mich als Gott und Schöpfer hat.
Diesem Ziel näher zu kommen, möge jeder Tag euch weiterführen bis die irdische Laufbahn mit beschränkten Mitteln erloschen und eine größere auf geistigem Weg beginnen wird, wo ihr erst im vollen Sinn begreifen werdet, was Ich euch hier nur in kurzen Umrissen dartun konnte.
Heute feiert man Weihnachten, eine geweihte Nacht, möge sie ein geweihter Tag werden, an dem die Sonne der Erkenntnis nie untergehen soll. Amen.


Quelle: Wahrheit über Spiritismus, Neu-theosophische Schrift Nr. 41, Auszug aus der Kundgabe vom 25. Dezember 1874




Zurück zum Seiteninhalt