Ehe und Familie - Gottfried Mayerhofer

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EHE UND FAMILIE

Ein Gebet
Deine Schwester D. M. will einige Worte von Mir, um sich so ganz in die Tiefe ihres Herzens versenken zu können, weil sie nicht fähig ist, eine recht innige, vom Grund des Herzens kommende Bitte an Mich zu richten.
Nun, wie auf eurer Welt die Mütter den Kindern das Reden lehren, so bin auch Ich genötigt, Meine Kinder das Beten oder das gerechte Vortragen ihrer Bitten zu lehren; es sei, schon manches habe Ich für euch getan, so schreibe denn auch für deine Schwester ein Gebet, wie sie selbes zu Mir, aber wohl verstanden aus ganzem Herzen und Gemüt beten soll. Also zur Sache:

„Liebster heiligster Vater!
Aufgewacht aus dem Schlummer der Nacht, in welchen mein irdischer Körper versenkt war, erhebe ich meinen Blick zu Dir, o Vater! Du schenktest mir wieder einen Tag zum Leben, o lass mich denselben so verwerten, dass er mir und meinem Nächsten zum geistigen Nutzen gedeihe.
Lass mir die Gnade zukommen, alle Deine Lehren, die Du uns gegeben, im reinsten Sinn auszuüben, wie es einer Mutter, einer Hausfrau und Deinem Kind geziemt.
Halte fern von mir alle Versuchung, denn Du weißt, wie schwach wir Menschen sind, und ich selbst muss es ja offen vor Dir bekennen, dass ich zu den Schwächsten gezählt werden muss.
Vergib mir meine willenlosen Unbilden des verflossenen Tages, und gib mir dafür heute Gelegenheit, das gestern verübte Unrecht durch gute Taten wieder auszugleichen.
Handle Du gegen mich als Vater, und gib mir Stärke, als Kind Deiner würdig meinen jetzt beginnenden Tag so zu beschließen, dass er ein wahrer Denkstein im Fortschritt Meines geistigen Lebens sei.
Nicht verlange ich, dass meine Wünsche erfüllt werden sollen, sondern in Deine Hände lege ich vertrauensvoll all meine Sorgen, all meine Bedürfnisse und all meine Angehörigen!
Um das bitte ich Dich, o Vater, verlass mich nicht in der Not, und hilf mir siegen, wenn meine Kraft nicht ausreichen sollte!
Amen.“


Quelle: „Allgemeine und besondere Lebenswinke für innere und äußere Verhältnisse und Zustände“, Neu-theosophische Schrift Nr. 39, Kundgabe v. 24. Januar 1871


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