Gottfried Mayerhofer Kennzeichen unserer Zeit - Gottfried Mayerhofer

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ENDZEIT

Kennzeichen unserer Zeit
Nachdem du stets Anfragen bekommst über das Eine oder das Andere, und wie es sich in Zukunft gestalten wird, so will Ich dir hier nun für alle Neugierigen und Zweifler einige Worte geben, damit sie erstens doch einmal die Zeit erkennen in welcher sie leben, und zweitens auch aus den Ereignissen der jetzigen Vorgänge die richtigen Schlüsse für die Zukunft machen können, um sich nicht in eitlen Mutmaßungen zu verlieren, denn Ich will, dass Meine Kinder nicht wie Schlaftrunkene einhergehen. sondern mit weit geöffneten, geistigen Augen erkennen sollen, um welche Stunde es ist, oder wie ihr sagt, wie viel es geschlagen hat.
Schon seit längerer Zeit, und zwar noch bevor Ich dir oder deinem Vorgänger Mein Wort gab, waren schon die ersten Anfänge eingeleitet, Mein großes Schöpfungswerk, und besonders diese kleine Erde nebst ihren Bewohnern der geistigen Reife näher zu bringen; also schon seit längerer Zeit, ja von der Zeit Meines Erdenwandels bis auf jetzt war und ist der Strom des Lichts, welches von Meinen geistigen Himmeln auf eure Erde niederfällt fortwährend tätig, Mein Werk, welches Ich mit Meiner Erdengeburt begann, seinem Ende entgegenzuführen; nur waren die Wege und Zeichen dazu den Umständen gemäß und nicht übereilt, damit dann das Vollendete auch Standhaftigkeit und Ausdauer besitze.
Aber je mehr ihr Menschen dem jetzigen, nun nahen, großen Wendepunkt entgegensteuert, desto mehr beschleunigte Ich Meine Mittel, und die Umstände und Zeitereignisse der letzten Jahrhunderte ergaben sichtlich dem ernsten Beobachter das Resultat, dass manchmal die Dinge sich überwarfen, wo in wenigen Jahren oder Monaten oft erreicht wurde, was man in Jahrzehnten nicht zu erreichen hoffte.
Würdet ihr die Geschichte mit geistigen Augen lesen und nicht eure Aufmerksamkeit durch bloß äußere faktische Handlungen der Menschen fesseln lassen, sondern würdet ihr den geistigen Grundzweck erkennen, warum Ich das oder jenes zuließ, und bei manchem Streben einzelner Männer oft gerade das Entgegengesetzte eintreten ließ, als das, was sie bezwecken wollten, so würdet ihr schon längst erkannt haben, dass euer Sprichwort, der Mensch denkt und Gott lenkt einen weit tieferen Sinn hat als ihr Menschen ihn gewöhnlich deutet oder sogar manchmal aus den Resultaten herauslesen möchtet. Aber blind seid ihr alle, und so muss Ich denn wieder euch die Augen öffnen, um euch das Licht zu zeigen, welches schon längst vor euch hergehend alles erleuchtet, und endlich die geistige Finsternis in allen Winkeln der Welt verscheuchen wird.
Noch immer, und zwar vom Anfang der Schöpfung des ersten Menschen bis auf eure Zeiten ließ Ich dem Menschen seine Freiheit, und noch immer bis heute hat er selbe missverstanden, missbraucht, und zwar nie zu seinem Besten, wenngleich oft so scheinend im Materiellen, daher stets zu seinem Schaden.
Was Mich einst zwang, die Sündflut über diejenigen zu schicken, die Ich im Anfang für Meine Kinder auserkoren hatte, was Mich bewog, in späterer Zeit wieder das auserlesene Volk der Juden von der Liste unabhängiger Nationen zu streichen, was Mich bewog, Selbst auf eure Erde zu kommen und dort den größten Demutsakt zu vollziehen, dessen ein unendliches Wesen nur fähig sein konnte, dieses ist auch der Grund, warum nun wieder ein Zeitpunkt eintreten wird, wo das Geistige im Menschen über das Materielle triumphieren muss, er mag sich dagegen sträuben, wie er will, denn Ich, ein Geist, habe ihn erschaffen, und zwar als geistiges Glied Meiner großen Geisterwelt und nicht als Anbeter und Verfechter des materiellen Wohl- und Sinnenlebens.
Wie in den Städten Lamechs zu Adams Zeit und seiner Nachfolger die Sittenlosigkeit mit der Verstandesreife mehr und mehr zunahm, und das Geistige nachgerade ganz bei Seite gesetzt wurde, so seht ihr es auch jetzt, wie nach und nach der größte Teil der Menschheit diesen nämlichen Weg eilt, und zwar mit Riesenschritten.
Die Juden und alle lebenden Völker zur Zeit Meines Erdenwandels verfolgten denselben Weg, die Lamechiten gingen materiell, die zu Meiner Zeit lebenden Völker geistig zugrunde, nur wenige rettete Ich, die als Meine Anhänger den Zweig der Palme des Friedens auf von Liebe bar gebliebene Länder trugen, und dort wieder aufzupflanzen suchten, was Herrschsucht und Egoismus zertrümmert hatten.
Also im Anfang, z.Z. der materiellen Sündflut, war die von Noah gebaute materielle Arche, später in der geistigen Sündflut die von Mir Selbst gestiftete geistige Arche, und jetzt, wo diese geistige Sündflut ihrem Ende zugeht, ist es wieder Meine Liebe-Arche, wo Ich wenige rettend, den Keim für bessere, geistigere Zeiten legen will, damit endlich auch dieser Stern, den ihr bewohnt und Erde nennt, seine hohe geistige Bestimmung erfüllen möge, zu der Ich ihn schon vor für euch undenklichen Zeiten auserkoren habe, nämlich die Pflanzstätte Meiner Kinder zu werden, während alle anderen Welten nur Vorbereitungsklassen zu geistigen Stufen in Meinem unendlichen Reich, aber keine Kinderschulen sind für das Reich, welches einst nur das einzig und allein Bestehende und ewig Dauernde sein soll. Ihr seht aus alldem, dass sich jetzt nichts Neues abwickelt, sondern dass alles schon dagewesen ist, wenn es gleich materiell scheinbar in anderer Form, geistig aber immer das nämliche Streben war, das Meiner als Geist würdig ist, d.h. Kinder für Mein Reich, würdig ihres Vaters, zu ziehen.
Wenn Ich euch früher sagte, ihr seid blind, so wusste Ich wohl, warum Ich es sagte, denn seht, alle Ereignisse, die ihr aus der Geschichte lest, sind und waren nie so, wir ihr sie lest, und hatten ganz andere geistige Anfangsgründe und geistigen Endzweck. Ihr lest die Geschichtsbücher und vergesst dabei aber stets zwei Sachen, erstens, dass Menschen, kurzsichtige und ja oft parteiische Menschen, selbe geschrieben haben, und zweitens, dass die Tonangebenden, wenn sie das oder jenes anstrebten oder anordneten, oft ganz andere innere Gründe hatten als der bezahlte einseitige Geschichtsschreiber es erkennt. Neben diesem Irrtum liegt erst noch der ganz tiefe Grund der eigentlichen geistigen Bewegung verborgen, welcher, von Mir ausgehend, die menschlichen Seelen bewog oder anregte, das oder jenes anzustreben, um auf nur Mir bekannten Wegen Mein Endziel zu erreichen.
Wenn ihr so die Geschichte lesen oder geistig verstehen könntet, so würdet ihr daraus ganz andere Resultate ziehen, als wenn ihr bloß nach den euch überlieferten äußeren Daten und nach dem Anschein der Handlungen urteilen würdet. Was die Geschichte der Vergangenheit euch in dieser Hinsicht darbietet, von dem Standpunkt, wie Ich ihn euch gezeigt habe, das ist auch von dem Zeitraum, den ihr mitlebt, oder welchem ihr noch durch eure Geburt bis zum Tod nahe steht, dasselbe. Ihr müsst die Tatsachen geistig beurteilen, in den Tiefen der menschlichen Gemüter lesen lernen, um zu begreifen, was den einen oder den anderen treibt, dieses oder jenes zu unternehmen, wo dann oft die Resultate, die stets in Meiner Hand liegen, anders werden, als dieselben gedacht wurden.
Wenn ihr die vergangene Zeit von Lamech an bis heute durchblickt, so werdet ihr stets finden, dass der materielle oder momentane Vorteil das Augenmerk der größeren Anzahl Menschen gewesen und noch ist; ihr werdet erkennen, wie wenig das Geistige gepflogen oder angestrebt, sondern wie es stets in den Hintergrund gedrängt wurde und noch wird; und was ihr aus jenen Zeiten wisst, wie auch dort Warnungs- und Mahnstimmen überall sich vernehmen ließen, aber umsonst, so findet ihr es jetzt wieder.
Die Menschheit treibt auf dem großen Ozean der Herrschsucht und des Egoismus mutwillig vorwärts ohne zu wissen eigentlich wohin, nur stets mehr Steigerung, mehr Befriedigung ihrer Gelüste erwartend; so geht es fort und fort, ganz natürlich gegen Meine Absichten, die Ich mit den Menschen hatte und habe. Dass dieses Treiben und dieses Anstreben nicht in Meinen Plan passt, mögt ihr einsehen, und dass je mehr die Menschen Mich und ihre eigene geistige Bestimmung vergessen, desto mehr muss Ich gerade Meine Mittel beschleunigen um Meinen Zweck dennoch zu erreichen, wozu Ich die Menschen geschaffen und sie mit so vielen Eigenschaften ausgestattet habe. Zwang Mich ja doch der maßlose Missbrauch, den der Mensch mit seiner von Mir ihm verliehenen Freiheit machte, schon öfter zu Gewaltmitteln, wie zuerst zu ihrer teilweisen Vertilgung, dann zum Selbstopfer, um die menschliche Würde zu retten, und jetzt, wo diese dritte Epoche ebenfalls wieder nach demselben Ziel steuert, auch jetzt will Ich, ehe Ich wieder die Erde betrete, selbe so gestalten, wie sie sein soll, ehe Mein Fuß sie nochmals betritt.
Nicht umsonst habe Ich materielle und geistige Sündfluten zugelassen; sie müssen Meinen großen Schöpfungsideen Rechnung tragen, es muss auch das Ärgste, was Menschen begehen können, doch zu Meinen guten, natürlichen Zwecken, wenn auch indirekt, als zweckdienlich sich fügen, denn das ist gerade der Beweis Meiner göttlichen Weisheit, dass auch das Böse nur Gutes hervorbringen muss, weil Ich als großer Geist nur Gutes wollen kann.
Ihr seht jetzt die Ereignisse sich überstürzen, seht, wie sich in den Gemütern geistige Strömungen bemerkbar machen, seht, wie gewisse Ideen den Menschen nicht aus dem Kopf zu bringen sind, seht Unglück, Krankheiten, Naturereignisse, die den Menschen materiellen Schaden beibringen, und Tausende von ihnen ins andere große Jenseits befördern; seht nebenbei, wie die andere Masse der übrig gebliebenen Menschen die Unglücke, die Krankheiten und alle möglichen Drangsale leicht vergessen, und wieder ihren egoistischen Zwecken nacheilen, als wenn gar nichts geschehen wäre.
Ihr seht, wie die Menschen stets mit dem bisschen Wissen, das sie Wissenschaft nennen, Mich, Meine Lehre, ja alles verleugnen, was den Menschen eigentlich zum Menschen als geistiges Wesen macht.
Ihr seht, wie die Menschen überall nach neuen Reizmitteln suchen, neue Reizmittel in den Speisen und Getränken, neue in den Unterhaltungen und sinnlichen Begehren, neue in Erlangung einer noch größeren Herrschaft des einen über den anderen.
Ihr seht, wie die Menschen stets mehr und mehr dem eigentlich ursprünglich Schönen und Erhabenen den Rücken wenden, ihren feinen Geschmack am Edlen verlieren, das Gemeine, Niedrige als Höchstes oben ansetzen, sei es in Kunst, Musik oder Rede, und so von dem würdevollen Standpunkt eines Wesens zweier Welten, nur auf die Stufe eines vernünftigen Tieres heruntersinken.
Dieses alles seht ihr tagtäglich vor euren Augen und doch begreift ihr nicht, wie viel es an der Zeit ist.
Seht die Uhr des großen Geisterreichs an, auf der einen Seite steht der Zeiger beinahe auf Zwölf und auf der anderen auf Eins. Was heißt dieses? Kennt ihr die Bedeutung dieser Zahlen? Seht, Zwölf auf der einen Seite bedeutet bei euch die Mittagsstunde im geistigen Sinn, es ist die Stunde, wo materiell in der Natur die Tätigkeit der Sonnenstrahlen auf eurer Erde die größte ist, es ist der Kulminationspunkt des Materiellen, und von zwölf Uhr angefangen nimmt das materielle Wirken wieder ab und beginnt das Geistige, welches mit der Nacht zum zweiten Mal dem Schlaf, der Ruhe, der Verwandlung, einer geistigen Metamorphose zueilt, um das bis mittags materiell Erworbene in Geistiges zu verändern, welche Wirkung um zwölf Uhr Nachts ihren Höhepunkt hat.
Habt ihr je die Mittagsstunde oder das Aufsteigen der Tendenz der Zeit bis zur selben und das Abwärtsgehen so beurteilt, welches euch so symbolisch das Werden der ganzen Schöpfung, euer eigenes Wanderleben von der Geburt an bis zum Tod, oder das Prüfungsleben zur Ausbildung für geistige Vervollkommnung entsprechend erklärt?
Seht, dieser Mittagsstunde eilt die Menschheit mit Riesenschritten entgegen. Bald werden die Menschen an der Grenze des Möglichen angekommen sein, bald werden sie aber auch alles auf die denkbar höchste Spitze getrieben haben, wo kein Fortschritt mehr möglich und der Rückschritt zum bis dorthin verachteten Geistigen angetreten werden muss.
Da beginnt dann das, was der Zeiger auf der anderen Seite des Zifferblatts anzeigt, es beginnt mit Eins der Schritt zum Geistigen, zum eigentlich Wahren und Unvergänglichen. Die materielle Welt selbst, nämlich eure Erde, oder wenigstens ihre Oberfläche ist schon längst auch durch das verkehrte Leben der Menschen selbst nicht mehr fähig das hervorzubringen, was sie vor Taufenden von Jahren in voller Reinheit euch zur Nahrung bot.
Ihr seid kurzsichtig und begreift und erkennt nicht, wie der Mensch mit seiner naturwidrigen Lebensart sich und seinen Boden selbst so ruiniert, dass selber ihm keine reinen Früchte, kein reines Wasser und wegen der Ausdünstung auch keine reine Luft mehr liefert. Alles in der Welt hängt zusammen und eben deswegen sind oft Dinge Ursachen von Epidemien und Krankheiten, welche ihr zu geringfügig achtet und deren Einfluss nicht bemerkt.
Seht, Ich will euch in Kürze sagen, wie ihr auf die Verwandlung des Bodens einwirkt und die epidemischen Krankheiten euch selbst bereitet, während ihr dann keine Mittel habt, selbe zu beseitigen.
Oberflächliche Menschen glauben, nur von reinen, möglichst rohen oder natürlichen, frischen Produkten von der Erde bleibe der Mensch gesund; Ich aber sage euch, von was wächst denn alles auf der Erde, besonders was ihr als Speise aus allen Naturreichen genießen wollt, selbst die Tiere nicht ausgenommen?
Wächst eine Pflanze ohne Dünger? Wenn aber der Dünger aus dem Auswurf von krankem Leben besteht, wie kann da die Pflanze gesund werden?
Selbst das Gras, welches dem Vieh zum Futter dient und in dem Tier zu Fleisch sich verwandelt, das ihr wieder genießt, wie kann solches eurer Natur angemessen sein, wenn es aus lauter Elementen besteht, die oft gerade wieder das Entgegengesetzte dessen bei euch bewirken, zu welchem Zweck ihr es euch einverleibt habt?
Das Wohnen in großen Städten, hat es nicht alle eure Brunnen dort vergiftet, eure Luft verpestet? Und wie in der Nähe von Kirchhöfen ebenfalls nur die Überreste der Verwesung den Boden düngen, so ist es in den Städten die materielle und auch geistige Verwesung, welche dem Menschen sein Prüfungsleben verbittert und durch Krankheiten abkürzt.
So wirkt eins auf das andere, so ändert sich nach und nach das Produkt der Erde, das Gute wird weniger, und das Böse, Schlechte vermehrt sich, so kommt ihr auf den Kulminationspunkt, zu dem euch der schmutzige Egoismus der Menschen hilft, dadurch, dass alle anderen Fabrikate, die ihr zu euren Speisen, zu eurer Kleidung und Wohnungen verwendet, verfälscht, verdorben, euer materielles Leben verkürzen, eure Krankheiten herbeiführen und den Übergang ins geistige Leben beschleunigen.
Dieses ist der Zeitpunkt, wo entsprechend der Zeiger auf Zwölf den höchsten Kulminationspunkt erreicht hat, und wo dann wieder heruntergestiegen werden muss von der vermeintlichen Höhe der Wissenschaft, der Herrschsucht und des Egoismus.
Schon rühren sich die Gemüter, die noch für etwas Besseres einen Sinn haben, schon fangen viele an, sei es ihr materielles, sei es ihr geistiges Leben auf die naturgemäßen Gesetze zurückzuführen.
So sehr die Welt danach strebt, um Herren und Knechte zu stempeln, so groß dieses Missverhältnis schon gediehen ist zwischen Reich und Arm, zwischen Gebietenden und Gehorchenden, noch eine kleine Weile, und sie sind am Endziel angelangt, wo eine Umkehr geboten wird; es muss heruntergestiegen werden, statt Herren und Knechte müssen Brüder und Schwestern sich die Hände reichen.
Dahin zielt der große Lichtstrom, der die bis jetzt verdunkelten Herzen hie und da erleuchtet, die Nächstenliebe muss wieder in ihre Rechte eingesetzt werden, und mit ihr die Gottesliebe, welche ohne erstere nicht denkbar ist.
Das sind die Kennzeichen eurer Zeit! Es muss das Missverhältnis wieder ausgeglichen werden, das in der materiellen Richtung basiert, die geistige Natur des Menschen, für welche Ich einst als Mensch Mein Leben gegeben, sie muss wieder als Erstes, als Höchstes dastehen, und der Materialismus muss in seine Schranken zurücktreten, als Diener, als Mittel zum Zweck, nicht aber als Hauptsache, wo er alle geistigen Fakultäten der Menschen absorbieren wollte.
Der Zeiger auf der geistigen Weltuhr zeigt nahe auf Eins, auf den Anfang des Niedergangs des Weltlich-Materiellen und auf Rückwärtsgehen dem geistigen Punkt zu, wie im mitternächtlichen Schlaf euch ebenfalls die geistige Welt am nächsten steht.
So müsst ihr die Ereignisse und auch Meine Worte betrachten, wenn gleich selbe oft widersprechend euch scheinen, Ich lüge nicht, und wenn Ich euch etwas sage, was in dem Augenblick nicht sich zu erfüllen scheint, so ist es nur eure Kurzsichtigkeit, die den tiefen Sinn, das Geistig-Verborgene darin nicht begreift, welches nach kurzer Frist doch zu Tage treten und euren Vater als Den kennzeichnen wird, Welcher nur euer Wohl und zwar euer geistiges Wohl im Auge hat!
Auch dieses heute gegebene Wort enthält nebst dem Gesagten noch so viel Ungesagtes, Geistiges, dass Mein Schreiber noch manches Blatt damit füllen könnte, um euch auch diese Tiefen darzulegen; allein es ist nicht Mein Zweck, euch alles klar hinzustellen, sondern um eure geistige Sehe zu schärfen müsst ihr euch selbst üben, das Wesentliche vom Scheinbaren unterscheiden lernen und so reif werden, Meine großen Inschriften, welche Ich in alle Meine Schöpfungen gelegt, leicht entziffern zu können.
So nur werdet ihr würdig, Meine Kinder zu werden. Ihr sollt nicht Automaten, sondern selbstdenkende mit geistigen Augen in die große Geisterwelt blickende Wesen werden, damit ihr dann allem was sich ereignet, den gehörigen Wert geben und seinen Zweck, sein Warum beurteilen könnt. Deswegen trägt dieses Wort den Titel Kennzeichen eurer Zeit, damit ihr erkennen mögt, wie nahe euch einesteils der Kulminationspunkt des materiellen Schwindels, aber auch wie nahe euch der große Anfang des Triumphes des Geistigen ist, für welches Ich Mein Leben einst ließ, und um selbes euch eigen zu machen, ihr selbst jetzt kämpft und vielleicht noch manches ertragen werdet müssen.
Bereitet euch also vor, geführt durch Mein Wort, die geistige Regeneration des Menschengeschlechts mit Würde zu erwarten. Vernehmt die Stimmen, die aus allen Winkeln der Erde euch entgegenrufen: Auch wir suchen, was ihr schon gefunden habt, nur ist es uns noch nicht recht klar.
Diese Stimmen sind angeregt durch den Geisteswind, der jetzt durch die ganze Schöpfung geht, weil alle im Geisterreich fühlen, dass es dem Ende zugeht, wo Mein großes Demutswerk gekrönt wird, und zwar durch den Erfolg Meine Kinder wieder gefunden zu haben, die oftmals sich entfernt, doch vom treuen Hirten wieder gesammelt, einst Eine Herde mit Einem Hirten bilden werden.
So sind die Kennzeichen eurer Zeit die Vorschule und der Wecker, der die Guten zum Besseren und die Schlechten zum Guten führen wird, vielleicht nach großen Verirrungen, jedoch am Ende alle vereinend von dem „Ein-Uhr“ der geistigen Welt sie ins Reich des nie versiegenden Lichtleben führen wird, das auch wie bei euch nach mitternächtlichem Schlaf durch vermeinten Aufgang der Sonne symbolisch täglich bei euch vor sich geht.
Ein Band umfängt euch alle, von dem letzten Stern, der erst nach vielen tausend Jahren sein Licht euch zusendet, bis auf das kleinste Atom im unendlichen Ätherraum, ein Band der Liebe und der Anziehung, der Sympathie und des Wohlwollens, welches das Herz zum Herzen zieht und in tausend Formen die ganze materielle und geistige Schöpfung umschlingt. Nichts kann sich dessen Bereich entziehen, und wenn auch dagegen sich gesträubt wird, so siegt doch endlich wieder der Zug der Liebe, der Zug des Geistigen zum Geistigen, der Zug nach aufwärts.
Dieses Sehnen nach einem Unbewussten, nach einem geistigen höheren Reich, das weit über materielles Treiben hinaus dort seine Fittiche ausbreitet, wo ewiges Licht, ewige Ruhe und ewiger Friede auch für euch sein wird, dieses Sehnen ist es, was jetzt die Gemüter erregt, und je mehr der Materialismus sich geltend machen will, desto mehr dagegen ankämpft, weil so manche Seele, so mancher Mensch sich nicht nehmen lassen will, was ihm nur allein in allen Verhältnissen Trost und Ruhe geben kann, nämlich nicht bloß ein Erden-, sondern ein Weltbürger zu sein, der zwar mit den Füßen auf der festen Erde wandelt, jedoch seinen Kopf weit über alle Entfernungen hinaus, über alle Materie mit seinem göttlichen Geist bis in die Unendlichkeit dringen kann, wo mitten in einem großen Geisterreich der Vater, Schöpfer und Gott Seinen Wohnsitz hat, Der ihn zum Menschen, aber auch  zu Seinem Kind machen will.
Dieses bedenkt wohl, ihr Meine Kinder, die Ich jetzt schon mit so vielen Gnaden überhäufte und nicht außer Acht lasse, um euch den geistigen Star* zu stechen , damit ihr Mich, Meine Welt und eure Zeit genau erkennen und alles miteinander in Einklang bringen könnt. Amen.

*Der Star bezeichnet eine Reihe von Augenerkrankungen, die in früheren Zeiten fast ausnahmslos zu hochgradiger Sehbehinderung oder gar Blindheit geführt haben. Man unterscheidet den „grauen Star“ (Katarakt), den „grünen Star“ (Glaukom) und seltener den „schwarzen Star“ (Amaurose). Der Starstich war über Jahrtausende eine einfache Operationsmethode zur Behandlung des Grauen Stars. In Europa wurde er bis etwa 1800 angewandt, heute wird er noch in manchen Regionen der Dritten Welt wergen Ermangelung besserer Behandlungsmöglichkeiten wie der modernen Kataraktextraktion durchgeführt.


Quelle: „Kennzeichen unserer Zeit“, Neu-theosophische Schrift Nr. 43, Kundgabe v. 17. Oktober 1872


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