Gottfried Mayerhofer Verhaltenswinke in der Endzeit - Gottfried Mayerhofer

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ENDZEIT

Steht auf und wandelt die Wege des Lebens
Dass Ich den Freund Lazarus durch Meinen Machtspruch wieder aus dem Grab rief, wisst ihr; dass Ich durch dieses Ereignis sein ganzes Haus, außer der Freude des Wiederfindens eines auf immer verloren Geglaubten, im Glauben bestärkte, könnt ihr euch wohl denken; und dass dann die geschäftige Martha, und die Maria, seine Schwestern, erst ganz davon überzeugt waren, dass Ich Der bin und war, für Den Ich Mich überall ausgab, und es auch durch viele Taten bewies, die nur einem Gott, aber nicht Menschen, seien es Propheten oder Seher, möglich gewesen waren. Auch könnt ihr euch denken, dass Ich durch diese Tat noch manchen Ungläubigen gläubig machte, und manchen Feind zum Freund erhielt.
Ihr wisst auch, dass diese Tat kurz vor Meinem Einzug in Jerusalem geschah, wo Ich dann mit Meinem Blut besiegeln musste, was Ich seit drei Jahren dort gelehrt und gepredigt hatte.
Aber die Bedeutung des Ganzen im geistigen Sinn wisst ihr nicht, was Ich mit dieser Tat den Menschen dort und allen später Kommenden damit sagen wollte, und was auch ewig dasselbe verbleiben wird. Alle Nebenumstände in Betracht nehmend, so möchte es auffallen, dass gerade diese Tat kurz vor Meinem Tod auch die letzte dieser Art war. Was will denn das sagen?
Seht, das will eigentlich bedeuten, dass Ich auch dortmals der ganzen jüdischen Menschheit damit sagen wollte, seht ihr Toten, die ihr auch schon länger als vier Tage, ja vier Zeitperioden in den Todesschlaf versunken seid, und schon verwesend nichts Lebendiges jetzt mehr in euch habt, seht, auch euch möchte Ich erwecken, trotz des pestilenzialischen Gestanks eurer Laster und Untugenden, die alle Propheten und Könige, von Moses bis auf Meine Zeit, nicht ausrotten konnten, auch euch möchte Ich, noch ehe Ich von diesem finsteren Erdball scheide, erwecken und auf ein besseres Los vorbereiten, allein es war dort umsonst.
Die Juden unverbesserlich wie sie waren und noch sind nach mehr als tausend Jahren, hörten Meinen Mahnruf nicht, und mussten nach der Zerstreuung ihres Hauptnestes Jerusalem durch alle Winde in alle bekannten Erdteile verweht, den Fluch erfüllen helfen,  den Ich ihnen dortmals als ihr künftiges Schicksal voraus sagte.
Und seit dieser Zeit ist wieder das Nämliche dann an der ganzen Menschheit geschehen. Seit Jahrtausenden gingen Mahnrufe und düstere Voraussagungen, wenn die Menschen die Stimme der Wahrheit nicht hören wollen, was das Ende sein wird.
Mein Jünger Johannes legte die künftigen Schicksale, obwohl in Bildern geschrieben, als erster Prophet nieder, wie und wann alles geschehen wird, um die schon lange im Grab verwesende Menschheit aufzuwecken.
Auch andere Propheten und Seher versuchten es, aber vergebens; die Menschheit ist taub und blind wie dort, und lässt nicht ab von der Welt, versinkt stets mehr ins Grab und in die Verwesung, und jetzt komme Ich wieder, lies als Wunder, was wenige begreifen und glauben wollen, als letztes Mittel, durch Menschen direkt Meine ganze Schöpfung ihnen erklären, weihte sie in alle Geheimnisse Meines Ichs ein, und wollte dadurch als letzten Liebesakt die verwesende Menschheit retten, und ihr wisst es aus Erfahrung, wie wenige sich an selbes kehren, wie wenige es begreifen, was das heißt, ein Gott, Schöpfer des Universums, lässt Sich herab, euch Erdengeschöpfe zu erziehen, und zwar zum zweiten Mal euch zu Seinen Kindern zu machen, ein Vorzug vor Millionen anderer Geschöpfe auf anderen Welten.
Und auch dieses ist vergebens, und es naht sich daher auch, wie dort das Ende Meiner Mission war, so jetzt das Ende Meiner Geduld mit den verkehrten Menschen.
Euch zerstreute Kinder ausgenommen, alle anderen werden das Schicksal der Juden haben, sie werden zerstreut werden durch die Winde der Wahrheit und des Lichts in alle Räume der Schöpfung, und werden dort auch, wie die Juden, vier Perioden durchmachen müssen bis sie, wie die vier Jahreszeiten oder die vier Stadien des menschlichen Alters, erst nach und nach wieder erzogen werden zur Aufnahme nur eines einzigen Worts aus Meinem väterlichen Mund, des Worts der Erkenntnis und der Besserung statt dem großen Eigennutz, das Wort der Liebe, statt Egoismus, der Nächstenliebe.
So sollt ihr diese Stelle verstehen; auch jetzt kommt und kam Jesus, und die Welt liegt schon im Grab der Verwesung, vom bestialischen Geruch der ärgsten Laster umlagert, die der Satan nur auffinden konnte.
Auch jetzt möchte Jesus den ‚Lazarus‘ erwecken, allein was dort möglich war, ist jetzt zu einer Unmöglichkeit geworden, und so frohlockt denn ihr, dass Ich in Meiner namenlosen Gnade Mich bewogen fand, aus so vielen Millionen euch herauszusuchen und an Mein Vaterherz zu ziehen.
Ich komme zu euch, wie einst zu Lazarus; er war Mein Freund und ihr seid jetzt Meine Kinder. Verwest nicht im Grab, damit Ich euch stets mit der Liebe, mit der Ich einst Lazarus als Bruder erweckte, so auch jetzt euch als Meine Kinder in Meine Arme schließen kann! Amen. Amen.


Quelle: „Kennzeichen unserer Zeit“, Neu-theosophische Schrift Nr. 43, Auszug aus der Kundgabe v. 23. Juni 1870


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