DIE GEISTERWELT
Über den Nutzen von spiritistischen Sitzungen
Ist das sich in Gemeinschaft mit der Geisterwelt setzen zu etwas nutze, und ist es vom Standpunkt der Lehre Jesu erlaubt und gerechtfertigt?
„Nachdem sich jetzt an vielen Orten sogenannte spiritistische Kreise oder Gesellschaften gebildet haben, die alle den Zweck haben, mit der Geisterwelt in Verbindung zu treten, so ist dies gerade wieder eine zeitgemäße Frage, welche durch dich an Mich gerichtet wird, um einen Aufschluss darüber zu erlangen.
Um nun allen, denn Meine Worte sind ja nicht für euch allein sondern an alle Menschen gerichtet, eine genügende Antwort zu geben, so müssen wir erst diese Tendenz, die jetzt an vielen Plätzen herrscht, näher betrachten, und folgende zwei Fragen aufstellen:
Erstens: Nützt dieses sich in Gemeinschaft setzen mit der Geisterwelt etwas? Und zweitens: Ist es auch vom Standpunkt Meiner Lehre erlaubt und gerechtfertigt?
Haben wir diese zwei Fragen vorerst beantwortet, dann werden wir auf diese in Frage gestellten Mitglieder dieser Gesellschaft übergehen und der Fragenden selbst das Nähere berichten.
Also vorerst gehen wir zur ersten Frage über: Ist dieses sich in Verbindung setzen mit der Geisterwelt etwas nütze oder nicht?
Darauf muss Ich antworten, dass es nur insofern den Menschen etwas nützt als die Ungläubigen gezwungen werden, an eine andere Welt zu glauben, welche ihnen zuvor als eine barste Lüge erschien, ausgeheckt im Kopf eines Fantasten. Was es aber in dieser Beziehung nützt, schadet es auf der anderen Seite. Denn es öffnet den Geistern, die sich noch auf dieser Welt herumtummeln, einen Weg, sich in die Verhältnisse und was noch mehr ist, in die Glaubens- und Wahrheitsideen der Menschen einzumischen, wo selten etwas Gutes herauskommt, weil meistens nur schwache und kurzsichtige Geister diese Welt als ihren Aufenthalt gewählt haben, da ihnen am Fortschreiten nicht viel liegt und sie aus ihren mit hinübergebrachten Ideen sich nicht heraustreiben lassen wollen.
Daher geht es diesen Geistern wie den Mücken am Abend, wenn selbe ein Licht sehen, so fliegen sie alle dort hin, umtanzen und umschwirren es, weil sie sich dadurch eine Unterhaltung verschaffen. Den Geistern geht es ebenso: Wo ein, wie ihr es heißt, Medium sich zeigt, da strömen sie haufenweise hin und wollen dort ein jeder in seiner, meist von der Erde mitgenommenen Lieblingsidee, das Medium beeinflussen, auf dass es vollführe, was der Geist wegen unvorhergesehenem Tod nicht vollenden konnte, oder sie wollen, wenn sie gerade doch einen Zug nach oben verspüren, den Zurückgebliebenen durch ihre jetzt geschaute Wirklichkeit der anderen Welt die Täuschungen ersparen, und die Lebenden vor solchen Fehlern warnen.
Ein jeder Geist glaubt, seine Art, die Welt anzuschauen, sei die richtige, ein jeder möchte sich Schüler und Nachfolger auf dieser Welt ziehen. Es ist ihm ein Bedürfnis, durch die Fehler anderer seine eigenen gerechtfertigt zu sehen. So geht es fort, das Medium schreibt heute, was morgen ein anderer Geist verwirft. Heute kommt einer, der mit poetischen oder bigottischen oder pedantischen Religionsformeln seine Zuhörer zu dem machen möchte, was er war, d.h. ein verirrter Wanderer auf dem Weg zu Mir!
Morgen kommt ein anderer, der verwirft das vom gestrigen Gesagte und preist seine eigene Theorie, seine Lebensansichten an. Geht es nicht so leicht, wie er es sich dachte, und stößt er auf Hindernisse, die aus der Ungläubigkeit seiner Zuhörer entstehen, so nimmt er zu Lügen seine Zuflucht, nimmt Namen von einstigen weltberühmten Menschen, Frommen, Heiligen, Engeln, und ja, sogar auch selbst Meinen Namen an, um durch diese früher Ungläubigen jetzt „rechtgläubig“ zu machen und sie so auf jene Bahn zu bringen, auf welcher er selbst sein ganzes Leben vertändelt und verscherzt hat.
Seht, das ist der Nutzen von diesen Kommunikationen mit der Geisterwelt, und könnt ihr etwas anderes erwarten?
Seht, der Mensch stirbt und weiß oft gar nicht, dass er gestorben ist, sondern er lebt in dem Wahn fort, wie er auf Erden gelebt hat. Wenn sein Herz so wenig aufschwungfähig ist, dass es nicht nach besserem Los sich sehnen mag, so ist es ganz natürlich, dass, will er andere belehren, er nur das predigen und lehren kann, was er weiß und was er schon auf der Welt wusste. Wie soll also solch ein Geist euch etwas Besseres und Näheres über Mich, Meine Lehre, Meinen Zweck mit der Menschheit, Meine Schöpfung und Meine Pläne kundgeben, wenn er es selbst nicht weiß?
Könnt ihr von einer Eiche verlangen, sie soll Trauben tragen? Gewiss nicht, die Eiche wird eben Eicheln als gutes Futter für die Schweine hervorbringen, aber keine Trauben, die das Mittel zu einem Getränk sind, welches auf die menschliche Natur vergeistigend einzuwirken imstande ist.
Aus diesem allen mögt ihr leicht ersehen, dass von allen diesen spiritistischen Gesellschaften die wenigsten Mitglieder nur ein Haar breit weiter in Meiner Lehre gebracht werden als sie zuvor es schon waren. Denn die Geister, damit sie stets mit Vergnügen angehört werden, richten ihre Doktrinen und Forderungen an die Menschen schon so ein, dass selbe sich an das gewohnte Leben der Menschen anpassen. Sie verlangen keine (wahre) Verleugnung seiner Selbst, keine (solche) Aufopferung für den Nächsten, im höchsten Fall zeremonielles Gebet zum Herrn, wie sie es eben selbst bei Lebzeiten betrieben haben. Von noch anderen Geistern schlechterer und schlechtester Natur will Ich gar nicht reden, welche das Medium und seine Zuhörer auf ein Feld hinüberziehen wollen, das nicht himmlisch, sondern höllisch ist wie sie selbst.
Dass der Mensch im Allgemeinen aus dieser Geistergemeinschaft nie viel lernen wird, mögt ihr aus dem Gesagten einsehen, höchstens wird er zur Überzeugung kommen, es gibt eine andere Welt, und wo er geht oder steht, befindet er sich nicht allein, sondern Tausende von Augen begleiten ihn stets und sind aufmerksam auf sein Tun und Lassen.
Die zweite Frage ist: Ob solch eine Geistergemeinschaft vom Standpunkt Meiner Lehre aus erlaubt sei oder nicht?
Auf dieses muss Ich antworten: ja und nein! Ja, wenn es gute (reine) Geister wären, die euch auf den Weg zu Mir brächten, und nein, weil Meine Kinder diesen Mittelweg nicht nötig haben, denn sie können und sollen sich nur an Mich wenden und nur auf Mich vertrauen.
Ich habe die größten Opfer für euch Menschen gebracht, um euch die menschlich-geistige Würde wiederzugeben, die verlorengegangen war. Was für Opfer hat denn die Geisterwelt euch gebracht? Ich weiß keine! Ich war auf eurer Welt, habe euch eine Lehre zurückgelassen, die euch zu Mir führen kann, wenn ihr selbe im Leben tatsächlich ausübt, Ich habe in den Evangelien das einzige Buch, den einzigen Wegweiser zurückgelassen, der euch für Mein Reich reif machen kann; was braucht ihr die Geisterwelt, die großen Teils ebenso wenig wie viele von euch weiß, wie man zu Mir, dem Vater, gelangen kann.
Es ist also erstens eitel Zeit verloren mit diesen Tändeleien mit den Geistern, und bringt niemanden um einen Schritt weiter, Mich, Meine Werke und Meine Absichten mit euch näher kennenzulernen. Ja, es ist sogar Sünde, mit den Geistern zu verkehren, denn ihr haltet sie in ihrem eigenen Fortschreiten auf, gebt ihnen Anhaltspunkte zu äußerlicher Zerstreuung, während sie sich konzentrieren sollten in sich selbst, und verhindert so viele Geister dahin zu gelangen, wohin Ich Meine Kinder und Meine Geister geführt haben möchte, d.h. zur wahren Erkenntnis der ganzen geistigen Schöpfung und ihres einzigen Herrn und Schöpfers, der aber zugleich auch der liebevollste Vater für alle ist und sein will!
Seht, das ist der ganze Spiritismus, abgesehen von dem Unfug und Missbrauch, der mit ihm getrieben wird, und den Ich nicht berühren will, weil er ein Missbrauch von zwei Seiten ist, nämlich von den Geistern und von den Medien, welchen hier zu erklären Mich zu Erörterungen führen würde, die euch so wenig wie die Spiritisten gescheiter machen.
Nun, nachdem wir dieses allgemein vorausgeschickt haben, können wir auf die Fragen wegen der besonderen spiritistischen Gesellschaft übergehen, darum du um Meine Vermittlung angegangen wurdest.
Was diese Gesellschaft und ihr Medium betrifft, so findet im Obigen vieles seine Erledigung, d.h. das Medium ist eine Beute von guten und schlechten Geistern. Geistig benützen ihn bessere und weltlich schlechte, und solch ein Mensch soll Mein Werkzeug sein? Wie könnt ihr doch so schließen? Gibt es denn so wenig Menschen auf der Welt, dass Ich gerade solch einen zum Verbreiter Meiner Lehre machen müsste? Und was er eigentlich sagt und schreibt (er ist Sprech- und Schreibmedium), ist es denn Meine Lehre? Prüft selbst und dann urteilt! Oder sind es nicht vielmehr nur so religiöse angelernte Wortformeln, mit denen ein Geist durch ihn stets das Nämliche sagt? Was sein irdisches Leben betrifft, so zeigt er da nicht im Mindesten eine Spur, als sei er von der Wahrheit dessen durchdrungen, was er im geistig halbwachen Zustand anderen predigt, sondern gerade das Gegenteil.
Was dann die (sein sollenden) Apostel betrifft, so können selbe noch lange warten, bis Ich sie berufen werde. Meine Apostel zu Meinen Lebzeiten begleiteten Mich drei Jahre hindurch, hörten und sahen, was Ich tat und was Ich lehrte, waren für das eingenommen und übten es auch aus. Wie sieht es aber mit der wirklichen Ausübung Meiner Lehre bei diesen „harrenden Aposteln“ aus? Ein Geist gibt ihnen diese Idee ein, er möchte aus ihnen machen, was ihm auf Erden selbst nicht gelungen ist, und wozu er auch noch im Jenseits nicht die geringste Anlage zeigt, d.h. ein Nachfolger Christi zu sein.
Solange diese Männer nicht unterscheiden lernen, was Wahrheit und Trug ist, solange werden sie es auch anderen nicht begreiflich machen können; und was Meine Apostel betrifft, da haben wir noch Zeit, bis Meine Lehre auf den Straßen gepredigt werden soll. Und bis dahin müssen auch sie sich in ihrem Eifer bezähmen, denn noch sind es sehr wenige Herzen, wo das wahre Lämpchen der christlichen Liebe brennt, wie Ich es angezündet haben möchte, und dann werden sich auch Meine Apostel schon finden, Ich werde sie dazu erziehen und berufen und kein Geist, welchen Namen er sich auch geben mag!
Ob der Fragliche ein würdiges Glied dieser „Apostelgesellschaft“ ist oder nicht, darauf kann Ich nur antworten: Unter diesen Aposteln ist er würdig genug, aber vor Meinen Augen es zu werden gehört noch viel mehr Verleugnung dazu, die aber mit dem festen Willen auch erreicht werden kann.
Dass Ich dieses Treiben mit den Geistern zulasse, ja sogar manchmal auch einen besseren Geist selbst schicke, um die Verirrten auf einen mehr praktikablen Weg zurückzubringen, ist wahr, dass aber am Ende doch nur Meine Lehre, wie Ich sie in den Evangelien gegeben habe und dann durch Meine Schreiber euch und vielen anderen deutlicher jetzt erkläre, nur die einzige ist, welcher alle Menschen und Geister einst folgen werden und müssen, des könnt ihr versichert sein.
Wie Ich schon öfters gesagt habe, so ist es auch hier der Fall: Ich lasse die Geister und Menschen machen, was sie wollen, allein am Ende bleibt die Verwendung ihres Gedachten und Getanen doch nur zu Meinen schon längst vor der Schöpfung der Materie bestimmten Zwecken.
Dieses möge dir und allen genügen, inwiefern ihr diese jetzt mehr und mehr überhandnehmende Richtung des Verkehrs mit der Geisterwelt beurteilen sollt.
Alles dieses sind Vorbereitungsschulen, wo Geister und Menschen, ihre eigenen Zwecke zu verfolgen glaubend, doch nur Meinen einzigen Zweck ausführen müssen! Amen!“
Quelle: "Wahrheit über Spiritismus", Neu-theosophische Schrift Nr. 41, Auszug aus der Kundgabe vom 13. Januar 1871
Geistermanifestationen – Gutes von Schlechtem unterscheiden lernen –
„Nachdem nun an allen Ecken und Enden die Geistermanifestationen im Gang sind, und dabei neben manchem Erheblichen auch viel Unnützes zu Tage gebracht wird, so will Ich dir auch für jene, welche Mir, Meinem Geisterreich und Meiner Natur auf diesem Weg näher kommen wollen, ein paar Worte geben, damit auch sie das Gute vom Schlechten leichter unterscheiden lernen, und nicht mit Spielereien ohne Zweck ihre kostbare Zeit verlieren und Täuschungen unterliegen, welche sie eher von Mir weg als zu Mir hinführen.
Diese große Masse der geistersuchenden Spiritisten, wie sie sich nennen, wissen trotz allen Manifestationen doch eigentlich nicht, wie denn die Geisterwelt beschaffen ist, und können also demgemäß auch keine rechte Vorstellung haben, was sie selbst über kurz oder lang erwartet.
Vor allem aber müssen wir da mit der Beantwortung der Frage anfangen: Existiert eine Geisterwelt und wie ist sie beschaffen? Wie sieht es mit der Seele aus, wenn sie aus diesem Erdenleben tritt? bevor wir fragen: Was sieht denn eine verstorbene Seele im Jenseits, und wie kann sie sich mit noch Lebenden in Verbindung setzen? Denn auf diesen Beantwortungen ruht der Schluss, inwiefern Geister sich manifestieren können, und ob ihre Manifestationen zu etwas nütze sind, und ob, wenn sie schreibend (oder redend) auftreten, auch alles, was sie sagen, Wahrheit oder nur individuelle Ansicht ist.
Nun, was die Geisterwelt oder das Jenseits anbelangt, herrschen gerade hier die verkehrteste Begriffe, wo der Irrtum schon beim Tod oder bei der Scheidung der Seele vom Körper anfängt. Allen Menschen scheint der Tod selbst als schrecklich, und von diesem Schrecklichen fühlen gerade im Allgemeinen diejenigen am wenigstens, die eben im Sterbensakt begriffen sind.
Seht, Ich will euch diesen Moment etwas näher rücken, damit ihr ihn verstehen lernen mögt. Habt ihr je den eigentlichen Augenblick erfassen können, wann der Schlaf, der doch alltäglich bei euch eintritt, wirklich anfängt? Die Antwort wird überall sein nein, und warum verneinend? Eben weil in Meinem ganzen Reich es keinen Sprung gibt, sondern Eines in das Andere nur allmählich übergeht. Was geschieht aber nun beim allmählichen Einschlafen? Es zieht sich die Seele in ihre innere Tätigkeit zurück, tritt eine geistige an, während die weltliche verschlossen bleibt. Sie spricht, denkt und handelt in ihrer als Geist und nicht als Weltmensch gewohnte Weise, bis wieder die materielle Tätigkeit erwacht und die geistige verdunkelt, überdeckt und nicht mehr wahrnehmbar ist als nur durch die Organe, soweit selbe von ihr angeregt werden.
Nun, beim Sterben geht ein ähnlicher Prozess vor sich wie beim Einschlafen. Die Seele zieht sich zurück, sammelt oder konzentriert sich ehe sie von ihrer Behausung scheidet; die Sinne versagen nach und nach ihren Dienst, weil die Seele selbe durch andere, ihre geistigen, ersetzt, und so gleicht das Sterben dem Einschlafen, nur das Erwachen ist ein anderes, nämlich nicht mehr körperlich, sondern geistig nur.
Wenn ihr nun eines Abends ruhig einschlaft und des anderen Morgens wieder aufwacht, seid ihr deswegen andere Menschen geworden als ihr am vorhergehenden Tag wart? Gewiss nicht! Und wenn die Seele sich vom Körper loslöst und im Jenseits wieder aufwacht, warum denn sollte sie dann eine andere geworden sein, als sie im Erdenleben war? Sie ist ja doch noch immer die nämliche gute oder schlechte! Aus diesem geht hervor, dass ein Ankommen im Jenseits, wenigstens im Anfang, nichts an den Eigenheiten der Seele, an ihren Lieblingseigenschaften, ihrem Hang zu diesem oder jenem ändert. Sie würde in manchen Fällen sogar nicht gewahr werden, dass sie ihren materiellen Körper verloren hat, wenn nicht verschiedene Erfahrungen an sich und anderen es handgreiflich beweisen würden.
Nun, wenn eine Seele im Jenseits ankommt, so ist ihr erster Drang dem nachzuhängen, sich nach dem zu sehnen, was ihre Haupt- oder Lieblingsidee auf Erden war. Je niederer und materieller ihre Begriffe auf Erden waren, desto näher ihren vermeinten Schätzen hält sie sich auf, und sucht noch immer materielle Sättigung, während sie geistige eigentlich bedürfte. Es ist daher ihre Ansicht von der Geisterwelt so verschieden, wie verschieden ihre eigene Denkweise von anderen ist.
Wenn ihr also einen verstorbenen Geist befragt, so erhellt aus dem Vorhergesagten, dass er euch nur von dem erzählt, von dem sein Herz voll ist und vielleicht schon auf Erden voll war, nicht aber, wie in klarer geistiger Ansicht Meines ganzen Universums er die großen Geisterregeln euch übermachen könnte, welche von Mir zum Bestand, zur Entwicklung und Vervollkommnung seit der Schöpfung begründet gewesen sind. Es ist dieses das nämliche Verhältnis als wenn ihr einem Geist aus einer anderen Welt eure Erde, euer materielles oder geistiges Leben beschreiben wolltet. Wie vielerlei wäre diese Beschreibung, angefangen von den wildesten Stämmen auf niedrigster Kulturstufe bis zu einem sogenannten höchsten Gelehrten?
So müsst ihr die Manifestationen der Verstorbenen ebenfalls nur als Ergebnis ihrer eigenen Ansichten nehmen und nie mehr Wert hineinlegen als sie verdienen!
Das, was euch am meisten zu diesem Suchen reizt, ist das Fremdartige, mit einer unsichtbaren Welt in Verbindung zu treten, welches euch aus Sagen der Kindheit und jetzt noch durch die oft von Geistern verlangten mystischen Vorbereitungen erhöht wird.
Zu diesem allen kommt aber noch ein anderer Umstand, welchen wenige von euch beachten, nämlich der eigentliche Zweck, der euch bewegen sollte, und der gerade bei den meisten nicht (einmal) geahnt wird, und dieser ist der religiöse, so wie es jetzt mit diesen spiritistischen Sitzungen im Allgemeinen steht, nur Neugierde oder Unterhaltung der Hauptgrund alles Gebaren ist.
Wer glaubt ihr denn, der dabei sich am meisten unterhält, ihr oder die Geister? Seht, Ich will es euch sagen: Die Geister, die in die andere Welt hinübergekommen oft isoliert dastehen, nichts Geistiges, Belehrendes annehmen wollen, sich nach dem vergangenem Erdenleben zurücksehnen. Diese sind es, die so Gelegenheiten aufsuchen, wo sie auf euch einwirken, mit euch in Verbindung zu treten suchen, aber meistens nur, um sich selbst die Zeit zu vertreiben, aber nicht um euch zu belehren, euch höher zu führen. Wie könnten sie das auch, da sie selbst so niedrig stehen? Eben deswegen fingieren sie fremde Namen, von Heiligen, Gelehrten usw., um euch noch mehr zur Nachfrage zu reizen, und um etwas anderes zu scheinen als sie wirklich sind, ein Fehler, den sie mit euch Weltmenschen gemeinsam haben, wo auch ein jeder etwas anderes, d.h. etwas besseres scheinen möchte, als er wirklich ist.
So geht es, dass die gewöhnlichen Unterhaltungsspiritisten eben in einem Kreis herumgeführt, aber nicht aufgeklärt werden über das, was ihnen gerade am meisten Not täte, nämlich über die Trostlosigkeit und Armut des anderen geistigen Lebens, wenn man nicht schon einen gehörigen Schatz geistiger Reichtümer mitbringt, die nur hier und nicht in der anderen Welt am leichtesten zu haben sind. Hier werden sie euch (sozusagen) auf den Rücken nachgeworfen, aber dort müsst ihr sie, wie einst ein Weltweiser tat, mit der Laterne suchen.
Um nun diese Manifestationen noch besser zu bezeichnen, so sage Ich euch, je gröber dieselben sind, desto tiefer steht der Geist selbst, und wollt ihr Umgang mit höheren Geistern haben, die ihre Zeit nicht mit Tändeleien verlieren wollen, so müsst ihr diese ganze Sache mehr mit religiösem Sinn angreifen, dann werden euch auch Geister gesendet werden, von denen ihr etwas lernen könnt.
So wie es im menschlichen Leben ja selbst schon ist, dass der Umgang den Menschen qualifiziert, wie ein Sprichwort sagt, d.h.: Sag mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer du bist. – So solltet ihr vorerst die hohe erhabene Stimmung selbst in euch besitzen, ehe ihr hohe Geister in eure Umgebung finden könnt.
Dann werden auch Belehrungen erfolgen, die euch nützen und vorbereiten zu dem Schritt vom materiellen ins geistige Leben, wo aber dieses nicht der Fall ist, da seid ihr der Spielball niederer Geister, welche, während sie sich mit euch unterhalten, den eigenen Fortschritt außer Acht lassen.
Die Geister, die oft irrig zu euch kommen, um sogar von euch Hilfe zu verlangen, die solltet ihr durch Gebet stärken, durch weise Lehren zu Mir weisen, und so betend und wirkend eure guten Handlungen jetzt schon bis auf das Jenseits ausdehnen. Dann hat eure Gemeinschaft mit der Geisterwelt einen doppelten Nutzen: Es nützt den Geistern und euch zugleich. So erwerbt ihr euch Freunde in der geistigen Heimat, die euch einst entgegenjubeln werden und sagen: Gesegnet seid ihr, denn wir waren hungrig, und ihr habt uns gespeist, wir waren durstig, und ihr habt uns getränkt!
Nur auf diese Art ist eure Gemeinschaft mit den Geistern etwas nütze, es genügt nicht zu wissen, es existiert eine andere Welt. Man muss sich auch bewusst sein, wie sie aussieht, und ob, wenn man einst in selbe eintreten muss, man sich dort wohl befinden und dem Zweck des Schöpfers genüge leisten könne, warum Er euch hierher und warum Er euch dorthin berufen hat.
Es ist wahr, Ich lasse jetzt dieses Einmischen der Geister in euer irdisches Leben zu, allein frei wie die Menschen, frei sind auch die Geister. Daher die verschiedenen Manifestationen, jede nach ihrer Art, aber das Ende dieser Zulassung wird euch schon noch zeigen, wenn auch die jetzige Art und Weise, wie diese Sache betrieben wird, nicht Meinen Wünschen und Absichten entspricht, so verfolge Ich doch stets den einzigen Plan einer radikalen Heilung, d.h. man muss sich an etwas bis zum Überdruss sattessen, um es dann ruhig stehenlassen zu können.
Wenn sich die Menschen und Geister lange genug am Narrenseil herumgeführt haben werden, dann wird schon die Zeit kommen, wo die eigentlichen Belehrer und Retter der Menschheit ihnen das gehörige Licht anzünden werden! Denn Meine Lehre, Meine Liebe verlangt Licht und nicht mystisches Dunkel, denn nur im Dunkeln ist gut munkeln. Versteht ihr das? Nun, so befolgt Meinen Rat, und wie Ich euch einst sagte: Prüft und urteilt, und nur das Beste behaltet! Amen."
Quelle: "Wahrheit über Spiritismus", Neu-theosophische Schrift Nr. 41, Kundgabe vom 17. Dezember 1873
Der Grund, warum Jesus den Verkehr mit der Geisterwelt zulässt
„Spiritismus oder Verkehr mit der Geisterwelt, wie ihr es nennt, ist eigentlich nichts anderes, als ein Zulassen von Mir, dass durch diese Manifestationen so manche Materialisten und Ungläubige aufmerksam darauf gemacht werden, dass außer dem, was sie sehen und mit den Händen greifen können, es doch noch etwas anderes gibt. Ich ließ es zu, dass dadurch so kräftige Beweise hier und da auftauchen, welche mit aller Philosophie nicht wegzuleugnen sind, so dass selbst die Halsstörrigsten anfangen, den Kopf zu verlieren.
Schon in allen Teilen der Welt haben sich viele Versammlungen gebildet, wo einzelne von Mir dazu bestimmte Vermittler diese geistige Verbindung erhalten, das was ihr Medium nennt; überall wird gefragt, aber da, wie der Apostel Paulus sagt, wie der Baum fällt, so bleibt er liegen, so die Hinübergegangenen nicht gescheiter geworden sind als wie sie hier waren, und nur einzelne, und auch diese langsam nur fortschreiten, so ist es damit ebenso der Fall, dass die Fragenden nichts Weiteres von ihnen hören, als Klagen über Versäumtes hier auf Erden und Mahnworte für die Zurückgebliebenen.
Dieser geistige Strom, der jetzt durch viele Herzen zieht und selbe aufweckt, und eben dieses Bild, das ein oder der andere sich Mitteilende von Drüben entwirft, dient hauptsächlich dazu, dann bei den Lebenden den Blick in ihr eigenes Innere zu richten, um dort mit Staunen endlich wahrzunehmen, welcher Wust von Unkraut auch dort wuchert. Sie fangen an, dann vorerst auf sich selbst aufmerksam zu werden, sich selbst zu erkennen, längere Zeit Interesse an diesen Mitteilungen zu finden, und so ohne ihr Wissen sich vorzubereiten, um, wenn Mein Licht aus Meiner nun vollständig und rein wiedergegebenen Lehre sich über alle Völker ergießen wird, selbe mit leichter Mühe zu verstehen und aufzunehmen.
So erziehe Ich Mir eine Menge Kinder, jetzt mit Spielereien und Tändelwerk, bis selbe zur reiferen Erkenntnis gelangt, dieselben wegwerfen, und mit Freude nach dem verlangen werden, was erst ganz ihren Durst und geistigen Hunger stillen kann.
Nachdem die Welt jetzt so ganz materiell geworden, und Eigennutz und Herrschsucht ihr einziger Impuls ist, der sie weiter treibt, so musste Ich andere Mittel ergreifen, ehe Ich zu Straf- und Zuchtmitteln als letztes Zugpflaster Meine Hand ausstrecken wollte, damit durch diese nur im Stillen getriebenen und keinem Herrscher Furcht einjagenden Tändeleien Mein geistiges Haus mit den nötigen Bausteinen versehen werde. Noch liegen sie überall zerstreut umher, unbewusst, zu was und wann sie erst verwendet werden sollen; aber nur noch eine kurze Weile, im Herzen so vieler Spiritisten ist ein Same gelegt worden, der, kommt der rechte Wecker, dann schon Seinen Nutzen daraus ziehen wird, einen Nutzen, von dem selbst die eifrigsten Spiritisten keine Idee haben.
Deswegen, lasst nur die Spiritisten ihr Treiben fortsetzen; jetzt erhalten sie noch alles vermischt, Wahrheit und Täuschung, gute und böse Geister drängen sich heran, die einen zu bessern, die anderen aus Langeweile, um zu täuschen. Viele, ja die Meisten nehmen alles als bare Münze, weil ihr Horizont beschränkt ist; wird dieser erweitert werden, dann, das Gute vom Schlechten zu unterscheiden wissend, werden sie schon zuerst [aus-]sondern, dann mit den guten Geistern zu Meiner eigentlichen reinen Lehre, wie man Mein Kind werden kann, sich wenden, und dort mit Staunen erfahren und sehen, dass alle Wege, die sie geführt wurden zwischen Wahrem und Falschem, nur dazu dienen mussten, ihr Herz mit der rechten Unterlage zu versehen oder zu bestreuen, die dann den Prozess wie der Dünger durchzumachen hatte, den der Fäulnis, und so ihren Herzensacker vorbereitend, fruchtbringend zur neuen Lehre beitragen musste.
Hier hast du den Spiritismus erklärt, erläutert, was du davon zu halten und wie du ihn schätzen sollst; bedenke nur stets, alles, was es auch sein mag, in Meiner Hand wird es zum Segen, denn Ich weiß und kenne die Wege, die Ich gehen muss, um die Herzen zu Mir zu bringen, ohne Gewaltmittel anzuwenden.
Den Spiritismus vergleichst du mit dem Sturmwind, der die geistig eingeschlafenen Elemente im Menschen aufweckt, alles sonst Festgeglaubte und Angelernte über den Haufen wirft, und dem sonst so fest auf sich selbst vertrauenden Menschen seine geistige Ohnmacht zeigt. Es ist ein Erwachen nach langem Schlaf, aber wie der Sturmwind ebenfalls die Luft läutert und selbe ebenfalls mit neuen Kräften erfüllt, so auch läutert der Spiritismus die Herzen, und legt in sie ein leises und süßes Hoffen auf eine andere Welt, das mit dem Dritten, Meinem Evangelium als säuselnder Wind, endlich der Seele den Frieden ganz gibt, selben befestigt, dauerhaft macht, und so nach langen körperlichen und geistigen Läuterungsprozessen die Seele reif macht, sich mit ihrem Geist zu verbinden, d.h. ihr den rechten Weg zur dauernden Seligkeit zu zeigen, um so auf diese Art Mein Kind zu werden.“
Quelle: "Wahrheit über Spiritismus", Neu-theosophische Schrift Nr. 41, Auszug aus der Kundgabe vom 4. September 1870