ENDZEIT
Über die Zeitverhältnisse
und den geistigen Grund derselben
Es ist wahr, ihr lebt in einer bewegten Zeit, es ist die Zeit der Gärung, oder was Gärung eigentlich bezeichnet, in der Zeit des Kampfes des Guten mit dem Bösen.
Es tut euch leid, aus eurer alten Gemütsruhe herausgerissen worden zu sein, ihr sehnt euch nach Ruhe, wie das Tier selbe zu pflegen gewohnt ist nach einer guten Mahlzeit, allein es ist nicht mehr an der Zeit.
Der große Strom Meines Lichts, der die ganze Welt durchweht, durchzuckt jetzt auch eure Adern euch beunruhigend, und trotzdem, dass Ich stets Erklärungen sende, teils aus Meiner Schöpfung, teils Meiner Lehre, noch wollt ihr nicht erkennen, dass, wie Ich es einst sagte in der geistigen Sonne, jetzt der Zeiger der Weltuhr für euch auf Zwölf und für die andere geistige Welt auf Eins steht, d.h. für euch und eurer angewohntes langsames Fortschreiten geht es dem Ende entgegen, und für Mein Reich beginnt ein neuer Anfang.
Das große Nordlicht, welches ihr vor einigen Tagen gesehen, wisst ihr, was es war? Es war ein Vereinigungsfest der großen Geister am Nordpol, sie erkannten und erwarteten den Lösungsknoten, erfreuten sich darüber, und in ihrer Freude entbrannten sie in Liebe zu Mir. Hoch und weit über euren Dunstkreis hinaus erstrahlte ihr freudiges Erzittern; ihr habt dieses Licht ebenfalls gesehen, aber da es sich euren Augen durch den schmutzigen Luftkreis einer mit allen Lastern geschwängerten geistigen und materiellen Atmosphäre zeigen musste, so verwandelte es sich für eure Augen in einen drohenden, einer Feuersbrunst ähnlichen Feuerschein, und so gab das, was bei Meinen Geistern Freude erregte und als deren Ausdruck in allen Regenbogenfarben, entsprechend den sieben Haupteigenschaften Meiner Gottheit, im Norden eurer Erde freudig ausstrahlte, bei euch Erdbewohnern, zu finsteren Ahnungen Anlass.
So ist es auch mit den Ereignissen, welche sich jetzt auf einem Teil Europas abwickeln. Tausende jammern, Tausende weinen und seufzen, viele von ihnen wurden aus dem lethargischen Schlaf geweckt, in dem sie bis jetzt gemütlich schliefen. Andere, wenn es auch über blutige Leichenfelder und durch rauchende Ruinen von zerstörten Dörfern geht, freuen sich, ihrem Eigendünkel und ihrem Stolz Genüge geleistet zu haben. Arme Verirrte und Betrogene, stumme Zeugen einer weit wichtigeren Entwicklung von etwas Größerem und Wichtigerem, als ihr es euch denkt.
Wüsstet ihr Meine Pläne und Meine Ideen, wie winzig würde euch all euer Machwerk erscheinen, wo jetzt so mancher General oder Staatsmann sich brüstet, weil er in dem Wahn lebt, als sei alles dieses sein Werk.
Meine Geister am Nordpol haben es geahnt Mein Ziel, sie freuen sich dessen, erglänzten im hellsten intensivsten Licht der Freude und des Jubels; nur ihr traurigen Grübler, die ihr wie Würmer über die Scholle der Erde wegschleicht, und doch Hohes erfassen und Künftiges wissen wollt, und nicht einmal den Stein unter euren Füßen kennt, was er war, was er ist, und was er werden wird, ihr, die Ich mit aller Geduld und Schonung zu Mir ziehen möchte, sei es mit guten, väterlichen Worten, sei es mit Mahnungen, ihr wisst und erkennt nicht die Zeit der Gärung, die auch die Geister antreibt und erweckt. Ich wiederhole es, es ist die Zeit des Scheidens des Guten vom Bösen. Gebt wohl Acht, dass ihr euch auf der Seite haltet, wohin Ich euch gestellt habe, damit ihr mit Meinen Geistern jubeln könnt und nicht trauern müsst mit den kurzsichtigen Menschen, die nicht weiter denken, als ihre Nase reicht.
Begreift es doch einmal, es ist die Zeit gekommen, wo bald Meine persönliche Einkehr wieder bei euch auf Erden erfolgen wird. Daher rüstet sich alles, alles will den Brautschmuck anlegen; die Geister jubeln, die verstorbenen Seelen sehen ihrer Erlösung und ihrem leichteren Fortschritt im Jenseits entgegen. Die Erde, soll sie wieder Mein Fuß betreten, muss erst gereinigt werden; eben deswegen wasche Ich sie jetzt und werde damit fortfahren, bis sie rein von allen Makeln eine schöne Behausung für Meine Reinen geworden ist.
Trauert also nicht so sehr, sondern vertraut auf Mich, und erwartet freudig den Vater, Der euch schon oft geistig die Vaterhand entgegenstreckte; bald, ja bald wird Er wiederkommen! Dann werdet ihr mit geistigen Augen betrachtend, alles Dunkle hell und klar sehen, und Meine weise Führung nicht bekritteln, sondern nur lieben und anbeten, denn es gibt nur einen wahren Vater, und Der ist der Vater der Liebe in eurem Jesus. Vertraut auf Ihn, Er hat euch nie betrogen, und wird euch stets mit der Liebe und Gnade behandeln, wie Er es bis jetzt getan hat.
Dieses als ein Trostwort für heute, und somit Meinen Segen euch allen! Amen.
Quelle: „Kennzeichen unserer Zeit“, Neu-theosophische Schrift Nr. 43, Kundgabe v. 29. Oktober 1870