Gottfried Mayerhofer Die jenseitige Welt - Gottfried Mayerhofer

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DIE GEISTERWELT

Verschiedene Sphären
„Heute will Ich euch ein umfassendes Bild von dem eigentlichen Bestand des Geisterreichs geben, will euch sagen, wo es ist, wie groß es ist, wie es dort aussieht, und wie sein Einwirken auf eure und alle anderen lebenden Wesen ist, welche sowohl die großen Sonnenwelten als die selbige umkreisende Planeten bewohnen. […]
Nun seht, jetzt bei den vielen Versuchen, welche die Menschen machen, um sich mit der Geisterwelt in Verbindung zu setzen, eben jetzt, wo die meisten als Evangelium glauben, was ihnen die Geister des Jenseits mitteilen, eben jetzt, wo dadurch so viele falsche Ansichten bestehen und natürlich auch Widersprüche hervorrufen müssen, eben jetzt ist es an der Zeit, euch und allen eine bessere Idee beizubringen, was denn eigentlich ein Geist ist, wie er lebt und wie weit es ihm freisteht, seinen freien Willen, den er als Mensch hatte, auch im Jenseits zu behalten und danach zu handeln. Denn von der klaren Ansicht alles dessen hängt erst die richtige Beurteilung von einer Welt ab, die euch jetzt so sehr interessiert und in die ihr alle über kurz oder lang auch übertreten müsst.
Um da ganz einfach und folgerecht vorzugehen, wollen wir mit dem einfachsten anfangen und zuerst die Frage beantworten: Was ist denn eigentlich ein Geist?
Nun, ein Geist ist nichts anderes als ein denkendes Wesen, welches unter gewissen Verhältnissen ins Leben gesetzt, mit der Materie, so wie ihr sie kennt, wenig zu tun hat, da selbst die feine Umkleidung und seine Individualität ausmachende Form und sein Lebensorganismus aus solchen Vehikeln besteht, welche das Licht nicht reflektieren, sondern die Strahlen desselben alle durchlassen, wodurch er [der Geist] nicht menschlichen, sondern nur wieder geistigen Augen sichtbar ist, welche letztere derart geschaffen sind, auch die feinsten Bestandteile der einzelnen Atome im Ätherraum noch zu sehen, wo jedes andere Sehorgan nichts mehr zu bemerken imstand ist.
Nun, wenn ein Mensch oder ein sonstiges anderes lebendes Wesen stirbt, so verlässt seine Seele oder das geistige Lebensprinzip, welches bisher den Körper aufbaute, leitete und stets bemüht war, entweder die Gefahren abzuwenden oder Störungen auszugleichen, und übergibt ihn der Erde wieder, aus deren Elementen sie ihn entnahm und von wo dieser Körper nach den obwaltenden Gesetzen der Verwandlung in andere Formen, in andere Stoffe übergeht, um anderen Wesen nützlich zu sein, nachdem er den geistigen Leiter nicht weiter auf seiner künftigen Lebensbahn begleiten kann, weil sein Organismus leichtere Stoffe in Zukunft benötigt. Der abgelegte Körper geht seine Wege rückwärts, und das geistige Prinzip, umkleidet mit feineren Partikeln, gleichsam als Extrakt der früheren, vorwärts, seiner weiteren Bestimmung entgegen.
Während des menschlichen Lebens so wie im Tierlieben geht der Verwandlungsprozess stets vor sich, wo immer das Gröbere in Feineres umgestaltet wird, bis es am Scheidungspunkt angekommen ist, wo es nicht mehr möglich ist, unter irdischen Verhältnissen verfeinerte Stoffe mehr zu entwickeln. Bei den Tieren ist dieser Prozess durch das große Naturgesetz geregelt, und es vollführt sich jetzt so wie es bei der Erschaffung derselben war. Nicht so beim Menschen, da ihm der freie Wille gegeben wurde und er auch nebenbei noch beurteilen kann, was er tut und warum er es tut. Eben deswegen ist bei ihm dieser Verwandlungsprozess seiner materiellen Hülle oder des physischen Organismus so verschieden als es Menschen selbst gibt, wozu hauptsächlich beiträgt, dass Verhältnisse oder Umstände eintreten, wo es an Zeit gebricht, den Geist oder seine Seele aus dem menschlichen Körper herauszubilden, wie es bei vorgeschrittenem Alter erst möglich gewesen wäre.
Tausende und Tausende verkürzen sich ihr Leben selbst, anderen wird es ohne ihr Zutun geschmälert. So kommen Millionen ins Geisterreich mit unausgebildetem Seelenleib und mangelhaften geistigen Eigenschaften, welche unbedingt nötig sind, um dort vorwärts zu schreiten.
Jeder Mensch trägt bei seinem Austritt aus der körperlichen Welt noch feine Stoffe derselben mit ins Geisterreich hinüber, welche seine Individualität ausmachen, und mittels derer er dort ein Wesen bildet, das Form, Gestalt und Leben hat.
Seht euch nur selbst an, so werdet ihr finden, dass ihr hier auf Erden aus Knochen, Fleisch, Muskeln, einzelnen Organen zu Lebensfunktionen gehörig ausgestattet seid, die alle dazu beitragen müssen, dem künftigen geistigen Leib zu erbauen, welcher einst eben der Ausdruck oder Abglanz des geistigen Prinzips in euch sein soll, welches Mir ähnlich werdend nach und nach sich stets mehr verfeinern und vergeistigen muss. Während eures Lebens, im normalem Zustand, fühlt ihr nicht, wie Lunge, Leber, Milz, Herz und alle anderen Organe dazu beitragen müssen, den geistigen Seelenmenschen aufzubauen, und doch, bestünden sie nicht, wäre das andere nicht möglich.
Wie nun dieser Prozess so fortgeht, so ist es natürlich, dass nicht alle Menschen in der letzten Lebensstunde im gleichen Zustand ankommen, wo der eine seinen Leib mehr als der andere vergeistigt hat. Der eine bringt die feinsten Partikel ins jenseitige Leben, der andere schleppt noch schwere, ungereinigte Stoffe mit sich. Der eine, leicht wie die Luft, erhebt sich bald in höhere Sphären, während der andere, schwer wie grobe Masse, der Erdoberfläche näher bleiben muss, weil seine körperliche Schwere die moralische in den Partikeln seiner Umhüllung ausdrückt.
So ist eure Atmosphäre, euer Dunstkreis bis weit über selben hinaus wie die Luft selbst, welche stets leichter wird, je mehr sie sich dem großen Äther nähert, mit einer Unzahl Geister angefüllt, die, obwohl sie alle den freien Willen haben, doch nicht in gleichen Sphären leben können, sondern es muss ein jeder nur die bewohnen, welche seiner eigenen Konstitution geistig und materiell zusagen, wie z.B. eure Fische im Wasser könntet ihr sie fragen, nicht begreifen können, wie ihr in der Luft so gemütlich lebt, weil selbe, so wie ihr sie einatmet, ihnen das Leben nimmt.
Diese Geister nun in allen Sphären haben und suchen eine Beschäftigung, so gut wie der Mensch auf Erden stets etwas tun, arbeiten oder treiben will. Je höher die geistige Einsicht des geschiedenen Geistes war, desto leichter begreift und erkennt er, was ihm dort zum Fortschreiten nötig ist, um größere geistige Genüsse zu erlangen als er in seiner Sphäre schon besitzt. Je niederer, je unausgebildeter die geistige Fakultät auf dieser Erde geblieben ist, desto schwerer wird es ihm, sich über das verlassene irdische Leben zu erheben. Höheres kennt und sieht er nicht, und so möchte er das wieder erlangen, was er ohne seinen Willen so früh verlassen musste. […]
So wie um eure Erde der Dunstkreis derselben sich wölbt, so breitet sich auch in und über selben das Geisterreich aus, welches nur mit Geistern bevölkert ist, die auf eurer Erde ihre Prüfungsschule durchmachen musste. In jeder dieser Sphären gibt es aber Leiter und Lehrer aus anderen Sphären. Selbst diese Erdsphären schicken bis in die niedrigste auch ihre besseren Wesen, denen es als Lebensaufgabe geworden ist, Seelen zu retten und sie von der Finsternis zum Licht zu führen.
Andere Ort gibt es auch noch in diesen Sphären für solche, welchen selbst der Aufenthalt an der Oberfläche der Erde nicht behagt, da noch Licht auf selbiger herrscht, sondern für diese tief gefallenen Geister eignen sich jene finsteren Orte, die so schwarz wie ihre Seele selbst sind. Diese Orte zu beschreiben will Ich hier nicht weiter ausführen, sondern euch nur sagen, dass es bei jenen Geistern gerade so aussieht wie ihr eigenes Gewissen ist.
So seid ihr von einer Masse von Geistern umgeben, die teils euch helfen, teils euch schaden können, die oft von euch Hilfe erbitten, und von denen ihr Belehrung und Trost erhalten könnt wie ihr es wünscht und wollt. Wie euer eigenes Innere, so eure Geisterumgebung.“

Quelle: "Wahrheit über Spiritismus", Neu-theosophische Schrift Nr. 41, Auszug aus der Kundgabe vom 15. Mai 1876  


„So wie in der Atmosphäre eines jeden Weltkörpers, sei es Planet oder Sonne, alles im aufgelösten Zustand (in ätherischer Form) vorhanden ist aus was der Weltkörper selbst besteht, ebenso ist im geistigen Dunstkreis der Sphärenbildung alles geistig enthalten, was dem Materiellen des Planeten oder der Sonne entspricht, d.h. in den großen geistigen Atmosphären finden sich alle Urtypen des weltlich Geschaffenen in reinster Form sowohl als auch in entgegengesetzter Gestalt, je nach dem das geistige Streben in den Sphären selbst nach oben oder nach unten gerichtet ist, was mit anderen Worten sagen will, dass alles Geschaffene dort sich in der primitiven Form der Erschaffung denjenigen Geistern zeigt, welche dem eigentlichen Menschentypus nähergekommen sind, wie Ich selben einst körperlich und geistig erschuf, oder dass sich die geistige Naturbilder in einigen Sphären gerade so zeigen wie die Gemüter der Geister selbst sind, welche durch ihr eigenes Gebaren alles Licht, alle Wärme und alle Liebe in sich und um sich zerstört haben. […]
So seht ihr in tausend und tausend verschiedenen Weisen die Natur eures Erdballs beurteilt, für jeden seiner Geistesrichtung sie anpassend, wo noch nebenbei ein jeder glaubt, er hätte die rechte Ansicht und so müsste man die Welt ansehen. Hier will Ich noch ganz außer Acht lassen die Ansichten, welche aus den speziellen Verhältnissen entspringen, wo meistens ein Verständnis der Natur gar nicht in Betracht gezogen wird, sondern Herrsch- und Habsucht überall den schmutzigen Typus seines eigenen Gebarens allem Sichtbaren aufdrücken will.
Es ist in der geistigen Sphärenwelt eines jeden Weltkörpers so, dem Reinen ist alles rein. In den Sphären, wo edle Geister sich aufhalten, deren geistiges Auge weit geöffnet die Schöpfung selbst des Materiellen nur geistig betrachtet, in jenen Sphären der Liebe ist alles harmonisch, überall Friede, überall Licht, denn die geistige Sonne der Wahrheit leuchtet dort unverändert, erwärmt die Herzen sanft, stimmt sie zur Nächsten-, zur Gottesliebe. Dort herrscht kein Streit, kein Wechsel, eben weil friedfertige Geister ihren inneren Frieden geistig außer sich wieder finden. […]
So stehen die Geistersphären aller Welten teils mit ihren eigenen Erdkörpern, teils untereinander in Verbindung, wo von den reinsten schönsten Formen abwärts alles sich so gestaltet, wie das Innere der dort wohnenden Geister selbst ist.
Deswegen könnt ihr dort bildlich geistig ausgedrückt alle möglichen Gegenden des respektiven Erdkörpers wiederfinden wie selbe eben auch materiell bestehen, für den guten und edlen Geist die balsamischen Düfte und herrlichen Formen einer tropischen Natur und für den finsteren, düsteren Geist die unwirtbaren Steppen, die finstere Abgründe eurer wildesten Gebirgsformationen mit ihren reißenden Wild- und Waldbächen. Friedlich glatte Seen, wo in herrlichen Bildern sich die sie umgebenden Ufer abspiegeln bis zum tobenden Meer, wo die Wogen durch die Windsbraut gepeitscht sich zerstäuben, wo kein Licht sondern nur schwache Dämmerung oder gänzliche Finsternis herrscht, entsprechen den Gemütern von Geistern, die mit sich und der Welt zerworfen, weder Gutes noch Schlechtes, weder Gott noch Teufel anerkennen wollen, und deren Höchstes nur ihr eigenes Ich ist.
So kannst du dir leicht einen Begriff machen, wie diese Geistersphären aussehen, und inwieweit es in selben angenehm oder unangenehm zu leben ist. Deswegen beachte ein jeder, was Ich hier sage, und bereite sein geistiges Ich nach diesem Gesagten, sodass nicht die unterste Sphäre sein erster Aufenthalt in der anderen Welt sein muss.
Diese Klassifikation gilt für alle Millionen und Millionen von Welten, ihre geistigen Sphären werden stets dem materiellen Zustand der Welten und den aus selben scheidenden Geistern entsprechen. Bei allem ist langsames Übergehen von einer Sphäre in die andere das Grundgesetz, wie bei den Verwandlungen selbst der materiellen Schöpfung. Die Aufgaben sind überall gleich, denn sie hängen alle von dem individuellen Standpunkt der Bewohner der Welten und ihrer leichteren und schwereren Transformation als Geister ab. Alle müssen ihr Materielles abzustreifen und zu vergeistigen suchen, damit sie höher steigend in das große Geisterreich übertreten können, wo erst die weitere Fortbildung als Geist beginnt, je nachdem alles Materielle freiwillig abgestreift worden ist.
Jetzt, Mein Kind, wirst du mit diesem zufrieden sein und begriffen haben, dass, da Ich als Geist das höchste Wesen bin und euch schwache Abkömmlinge von Mir nicht auf einmal in Meine Nähe bringen kann, sondern dass selbst die Gottesidee oder Vorstellung Meines Ichs nur stets so geschehen muss, wie Ich euch fasslich bin. Daher werden die Besseren, wenn sie im Jenseits ankommen und große Sehnsucht nach Mir haben, Mich so erblicken, wie es ihr Begriffsvermögen erlaubt.
Wenn Ich euch früher eure sichtbare Natur geistig erklärt habe, inwiefern sie von verschiedenen Seiten aufgefasst stets nur die nämliche bleibt, ebenso auch Mein Ich dem Ermessen des Geistes gemäß ebenfalls nur so geahnt und begriffen werden kann als wie die geistige Sphäre es erlaubt, in welcher ein Geist sich befindet.
So könnt ihr im Geisterreich alle möglichen Religionssekten mit ihrem Kultus antreffen, alle möglichen Nationen, eben weil der Mensch von innen heraus freiwillig vorerst selbst abstreifen muss, was ihn von der reinen allgemeinen Auffassung abgehalten hat. Solange er dieses nicht imstande ist, bleibt ein jeder drüben was er hier auf Erden war. Er wird seine Priester, seine Rabbiner, seine Brahminen usw. finden, gerade so, wie ihn dieser Religionskultus auf Erden befriedigte. So sind auch dort Kirchen, Tempel, Synagogen usw. solange der Mensch nicht gelernt hat, seinen Gott in sich selbst und in der großen materiellen sichtbaren oder geistig-geformten Natur zu suchen.
Jetzt hast du ein Bild im Großen und Details im Kleinen, welche dir das ganze Geisterreich zur Genüge erklären können, soweit es Menschen fasslich ist.
Einst, einmal in Meinem Reich angekommen, wird es an dir selbst liegen, ob du in großen Schwingen fähig bist über das Materielle dich erheben, oder ob du kleben bleiben musst an der geistigen Sphäre, die gemäß deinem irdischen Lebenswandel dir bei dem Übertritt zuteilwerden wird.
Genug zur Beachtung liegt in diesem Wort, ob es auch so aufgenommen wird, wie Ich es möchte, muss Ich dir und den Deinen selbst überlassen. Jedenfalls will Ich den Mahnruf wiederholen: Gedenkt, dass eure irdische Bahn kurz und die geistige lang ist, damit ihr nicht ob kurzem sinnlichen Genuss des Erdenlebens das Geistige damit verscherzt und zu spät erst einsehen müsst, dass Ich in Meinen Worten doch Recht hatte, wenngleich es mit euren Begriffen nicht ganz im Einklang war.
Wahrheit gibt es nur eine, und der Verbreiter derselben bin Ich, und ihr sollt die Befolger davon sein. So fasst Meinen Rat auf und sucht ihn auch auszuführen. Amen.“

Quelle: "Wahrheit über Spiritismus", Neu-theosophische Schrift Nr. 41, Auszug aus der Kundgabe vom 15. Mai 1876  


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