Gottfried Mayerhofer Kontakt mit Verstorbenen - Gottfried Mayerhofer

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DIE GEISTERWELT

Wahre von falschen Aussagen unterscheiden
„Verschieden sind die Geister wie die Menschen, und mannigfaltig müssen daher auch ihre Ansichten sein. Hier auf Erden sehen ja auch nicht alle Menschen den geistigen Faden, der sich durch das ganze materielle Reich und Leben zieht, und da die Geister verstorbene Menschen sind, so ist auch im Jenseits ihr eigentlich Individuelles stets gleich geblieben, d.h. auch im Jenseits sehen nicht alle klar. Sie glauben wohl oft, einen jeden Schritt, den sie selber vorwärts gehen, den Menschen auf Erden mitteilen zu müssen; daher die vielen lehrreichen Ermahnungen um euch alle vor größeren Täuschungen zu bewahren, daher selbst oft fingierte Namen, um ihren Worten größeren Nachdruck zu geben, weil sie ja nur euren Glauben an ein Geisterreich fester stellen möchten.
Wenn du aber mit geistigen Augen ihre Worte einer genaueren Prüfung unterziehen willst, so wirst du leicht menschliche Irrtümer genug darin finden, welche eben der Grund sind, warum die Spiritisten von solcher Gesellschaft stets die nämlichen bleiben, und um kein Haar fortschreiten, wenn sie auch Jahre lang solche Versammlungen besucht haben.
Es ist wohl so manches Wahres in diesen Mitteilungen, aber es ist noch nicht die überzeugende Wahrheit, die keine weiteren Aufklärungen zulässt, nicht die Wahrheit, die das Herz erwärmt, sondern höchstens den menschlichen Verstand befriedigt. Es ist nicht die Wahrheit, die, wenn auch oft gelesen, dir stets neue Seiten zeigen und dich allein erheben kann auf jene Stufe, wo du Mich erkennst, teils als Schöpfer und Herrn eines unendlichen Universums, teils aber auch als liebenden Vater, Der Seinen Kindern zuruft: Kommt her, ihr alle, die ihr beladen seid! – Dieses findest du in keiner spiritistischen Schrift, sie möge gegeben und gedruckt sein in welchem Land es sei, du wirst sie vielleicht mit Aufmerksamkeit lesen, aber gleichgültig weglegen, um sie nie wieder zu betrachten. Dieses ist der Unterschied zwischen Meinem Wort und dem der Geister.
Fühlst du den Unterschied, dann hören deine Zweifel von selbst auf, denn dann lernst du Den kennen, Den du jetzt aufgefordert hast, dir einige Zeilen zu geben, du lernst Ihn kennen, aber nicht als unzugänglichen Gott, nicht als strengen Richter, sondern als Vater, Der, die ganze Geisterwelt umfassend, auch den kleinsten Wurm auf seiner Stufe ebenso wie dich als höhergestelltes geistiges Wesen mit gleicher Liebe behandelt. Du wirst den Vater erkennen, Der trotz der Unermesslichkeit Seiner Schöpfung, trotz der Unzahl von Welten auch die kleine Erde nicht vergaß, ja selbst an ihr einen Akt der größten Erniedrigung vollführte, um euch Menschen und allen lebenden geistigen Wesen den Weg zur Selbsterhöhung zu zeigen.
Du wirst deine aristokratischen Ideen fahren lassen, wo ihr, wenn von höhergestellten Menschen bevorzugt, stolz darauf hinblickt, du wirst erkennen und in allem tatsächlich bewiesen finden, dass Ich als Gott und Vater für alle der nämliche bin, und jeder Fortschritt, jede Annäherung an Mich nicht Mir, sondern nur den Menschen und Geistern zugutekommt, weil jede gute Tat das moralische Bewusstsein erhöht, jeder geistig gefühlte Gedanke die Fesseln des irdischen Eigendünkels zerstört, und so der im irdischen Leib gefangenen Seele einen Blick in ein Reich gewährt, wo die Sonne der Wahrheit und des Lichts nie untergeht, und wo der durch sich selbst errungene Siegeskranz nach dem Prüfungsleben denjenigen gereicht wird, die alle Gaben, welche Ich als Schöpfer in das menschliche Sein gelegt habe, nur zu geistigen Zwecken zu benutzen wussten.
Deswegen streng dich an, Mein Sohn, diese Stufe zu erreichen, und du wirst erstens Meine Stimme in und außer dir überall vernehmen, wenn du willst, und wirst eine Ruhe und einen Gleichmut dir gründen, den weder die Welt noch das Geisterreich, sondern nur Ich dir geben kann, wenn du richtig aufgefasst haben wirst, was Ich bin und was du eigentlich bist und werden sollst.“

Quelle: "Wahrheit über Spiritismus", Neu-theosophische Schrift Nr. 41, Auszug aus der Kundgabe vom 30. Dezember 1876


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