Gottfried Mayerhofer Das Jenseits - Gottfried Mayerhofer

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DIE GEISTERWELT

Gibt es ein Wiederbegegnen
und Sich-Erkennen im Jenseits?
„Eine deiner Schwestern fragte dich, ob sie dich im Jenseits erkennen wird? Auf diese Frage antworte Ich, ebenso wenig, wie du sie erkennen wirst. Denn auch sie hat einen anderen Seelenmenschen in sich, der anders ausschaut wie ihre irdische Außenseite.
Nun aber kommt die Hauptfrage: Wenn doch ein Erkennen und Erinnern an gemeinsames einstiges Beisammenleben auf der Erde möglich ist, wie geschieht es denn, dass Geister doch einander erkennen können?
Hier will Ich euch nur antworten, dass der Geist, wenn er will, die Gestalt annehmen kann, welche er einst hatte, um einem anderen sich nähern zu können, dass aber dieses nur auf Augenblicke geschieht, weil sogleich wegen des feineren Gefühls, das jeder Geist besitzt, er den anderen erkennt, wessen Geistes Kind er ist und dann sich demselben entweder mehr anschließt oder sich mehr von ihm entfernt.
Je niedriger der Geist ist, greift er zu diesen momentanen Verkleidungen, je höher, desto weniger hat er sie nötig. Denn sein geistiger Instinkt führt ihn so nur dahin, wo gleichgesinnte Geister sich aufhalten und er mit einem Blick in das Innere des Nachbars sogleich seine ganze Vergangenheit wie in einem Buch herauslesen kann.
Wenn ihr also, die ihr hier beisammen seid, so nach und nach in die andere Welt hinübergeführt werdet, so seid unbesorgt wegen des Erkennens. Der Vorausgegangene erwartet schon den anderen, gibt sich ihm zu erkennen, wird sein Führer in den neuen Verhältnissen, und nur das gleiche beseligende Gefühl in beiden ist das Band der Anziehung.
Gute Geister sind dort, je nach ihrer moralischen Stufe, schön und erhaben wie ihr Inneres so auch ihr Äußeres. Nachdem aber dort nur das Innere gilt und das Äußere aber eben nur das Innere abspiegelt, so gibt es im Jenseits weder Familien noch sonstige Ähnlichkeiten der auf Erden getragenen Hüllen.
Alle Ideen der Erde bleiben auf selber zurück, und nur das Geistige herrscht dort, wo Meine Familie wohnt, und man anders denkt und auch spricht als hier.
Daher, Meine lieben Kinder, noch liegt eine dicke Binde über euren Augen; alles sehen wollen wäre nicht immer gut, sondern sogar schädlich. Sorgt nicht! Ich, Der euch hier auf diesem finsteren Erdball aus allen Winkel zusammengeführt habe, werde euch in Meinem Reich, wo kein Schatten sondern Licht ist, wohl auch wieder zusammenbringen, wenn ein solches Begegnen in Meinen Plänen liegt.
Also Geduld bis dorthin, und seid versichert, ihr werdet dann so manche Frage mit Mitleid belächeln, die ihr hier auf der Erde für so wichtig gehalten habt.“

Quelle: "Wahrheit über Spiritismus", Neu-theosophische Schrift Nr. 41, Auszug aus der Kundgabe vom 3. Dezember 1870


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