Zum Namensfest
Es ist heute der Namenstag deines Bruders M–b–ch, und du möchtest gern einige Zeilen von Mir haben als Beglückwünschung und Begleitschein, bis der nämliche Tag sich das nächste Jahr wiederholt, um so mehr, weil er deiner bei deinem Namenstag so freundlich gedachte.
Nun so schreibe denn, dass Ich ihm wünsche, er möge auf dem Weg fortfahren zu wandeln, welchen er bis jetzt eingeschlagen, und er wird gewiss die besten Früchte davon ernten.
Mehr kann Ich ihm nichts wünschen, denn in diesen wenigen Worten liegt alles was er braucht, um für sein Heil in dieser und in jener Welt das Möglichste getan zu haben.
Sag ihm, dass Mein Segen ihn und seine Familie stetes begleiten und leiten wird, denn Ich sehe in den Herzen aller den rechten Willen, so viel als möglich Mir nahe zu kommen, und wo Ich dieses sehe, wollt ihr vielleicht, dass Ich die sich annähern Wollenden zurückstoßen soll? – Dieses tut ja kein Vaterherz auf eurer Erde, umso weniger das Meinige, welches um vieles noch wärmer schlägt.
Also nur immer zu, Mir sich genähert! Kämpft, Meine Lieben! Dem Sieger seine Krone, und Meinen Segen zur Unterstützung während des Kampfs! Was wollt ihr noch mehr?
Dein Bruder M. soll nur Mir alles anheimstellen und stets denken, dass die Vergangenheit ein Spiegel der Zukunft ist. Wie im Vergangenen Ich ihm durch alle Klippen des Lebens durchgeholfen habe, so werde Ich auch im folgenden Jahr ihn und die Seinigen so leiten, dass sie den eingeschlagenen Weg zu Mir nicht so leicht verlieren können.
Dies für heute mit Meinem Vatersegen. Amen.
Quelle: Gottfried Mayerhofer am 15. November 1870,, Lebensgarten, ‚Lebenswinke‘