Gottfried Mayerhofer Pfingstfest - Gottfried Mayerhofer

Direkt zum Seiteninhalt
Zum Pfingstfest
„Und nach diesem will ich Meinen Geist ausgießen über alles Fleisch,
und eure Söhne und Töchter sollen weissagen;
auch Älteste sollen Träume haben,
und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen!“

Joel 3,1


„Und es soll geschehen in den letzten Tagen, sprach Gott,
Ich will ausgießen von Meinem Geist auf alles Fleisch,
und eure Söhne und Töchter sollen weissagen,
und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen,
und eure Ältesten sollen Träume haben;
und auf Meine Knechte und auf Meine Mägde
will Ich in diesen Tagen von Meinem Geist ausgießen
und sie sollen weissagen.“

Apostelgeschichte 2,17-18


Du hast diesen Text gewählt, dessen Worte ganz auf Meinen Erinnerungstag, den ihr nächstens feiern werdet, passen, und um so mehr, weil sie dem Kapitel Lukas entnommen, wo von dem Pfingsttag und der Prophezeiung Joels das Weitere verhandelt wird. Nachdem Ich dir schon früher ans Herz gelegt, dass Ich euch zu diesem Fest ein Wort geben werde, so will Ich denn auch Mein Versprechen halten, und an den obigen Text anknüpfend, euch allen Worte des Trostes und der Liebe, aber auch des feierlichen Ernstes für eure Zukunft geben.
So hört denn: Schon zu jener Zeit ließ Ich den Aposteln und wie oben angeführt auch dem Evangelisten Lukas Worte der Prophezeiung ans Herz legen, wie noch früher dem Joel, die, dort ausgesprochen, jetzt erst, nach mehr als 1800 Jahren, ihre wahre Bedeutung erhalten werden; denn es naht sich die Zeit, wo alle dunklen Stellen der Heiligen Schrift, sowie die Offenbarung Meines Lieblings Johannes, nach und nach ihre Lösung finden werden.
Schon dort in jener Zeit, als Mein Geist Meine Apostel und Jünger segensreich überflutete, und sie in allen Sprachen geläufig zu werden anfingen, in Sprachen, welche ihnen nötig waren zu Verbreitung Meines Wortes, schon dort, wo dieses Kommen Meines Heiligen Geistes mit Sturmesbrausen sich anzeigte, glaubten außer den Aposteln die anderen Juden wenig daran, ja sie hielten Meine Jünger für betrunken, o, sie waren trunken, aber nicht vom Wein, sondern von der Freude, Meinen Heiligen Geist empfangen und so die Gewissheit dadurch erhalten zu haben, dass alle Meine Worte und Verheißungen, die Ich schon während Meines Wandelns unter ihnen gab, nun faktisch in Erfüllung gegangen sind. Ihre prophetische Fernsicht begabte sie so zu verkünden, dass einst Jünglinge und Mädchen dies geistige Schauen erhalten und die Ältesten prophetische Träume haben werden, sie sahen voraus, wie mehrere, von ihrer Lehre Begeisterte, den ganzen Verband des geistigen mit dem materiellen Leben, sowie Vergangenheit und Zukunft, gleich der Gegenwart vor sich sehen werden, und was sie dort am wichtigsten Tag für sie, in Betreff Meiner zweiten Niedersteigung im geistigen Sinn prophetisch voraus sagten, das hat sich auch nun nach und nach erfüllt. Denn von jener Zeit an bis auf heute blieb die Welt nie ohne Propheten und Seher, die die verirrte Menschheit aufmerksam machten auf ihren verkehrten Lebenswandel und auf dessen konsequente Folgen, die ihnen die Zukunft entschleierten, als eine natürliche Folge ihres, von der von Mir gelehrten Bahn so gänzlich abweichenden Weges. Wie viele büßten ihr Leben damit ein, und besiegelten so ihr Zeugnis mit dem eigenen Blut.
Die Welt, schlecht wie sie war, und bis auf den heutigen Tag noch ist, wollte nichts wissen von dem, was ihr ein Hemmschuh ihrer Gefühle und Leidenschaften gewesen wäre. Sie vernichtete die Mahner und „Prediger der Wüste“. Allein ihr Gewissen konnte sie damit doch nicht zum Schweigen bringen, und wenn die Menschen sich gleich in Vergnügungen aller erdenklichen Art werfen wollten, in einzelnen Momenten ließ sich diese Stimme im Inneren immer wieder vernehmen, die ihnen Vorwürfe über ihr gottvergessenes Treiben machte.
Und auch jetzt sind in der Welt Seher und Propheten zerstreut, sie reden und schreiben; Jünglinge und Mädchen haben Gesichte, mahnen als Warner zur Umkehr, und wer hört sie? Niemand, oder wenigstens sehr wenige. Und deshalb, weil alle von Mir Begeisterten und Erleuchteten wenig Geltung bei den blinden Menschen ernten, musste Ich Selbst Mich wieder entschließen, durch direkte Einflüsse, wie ihr wisst, schon seit mehr als vierzig Jahren, Meinen Knechten in die Feder zu diktieren, was den Menschen am meisten fehlt, sie zur Umkehr mahnend, um so mehr jetzt wo der Stundenzeiger für die materielle Welt nahe an Zwölf, und für die geistige nahe an Eins steht, um ihnen allen zuzurufen: „Bessert euch, da es noch Zeit ist!“ und seht, wie wenige kehren sich an Meine Stimme, beinahe noch weniger als an die Stimmen der von Mir begeisterten Seher und Seherinnen!
Nächsten Sonntag ist der große Erinnerungstag, wo Ich wieder alles Geschehene in Erinnerung bringen will, was Ich einst gesagt, versprochen und bis jetzt getreu gehalten habe.
Vor mehr als tausend Jahren übergoss Mein Geist Meine einzigen dort Mich liebenden Kinder, und jetzt nach so vielen in den Strom der Zeiten verronnenen Jahren, wo der Erinnerungstag dieses wichtigsten Moments wieder gefeiert wird, lebt ebenfalls ein kleines Häuflein Mich liebender Herzen auf Erden, die Mich alle suchten, und teilweise auch gefunden und schon mit Erfolg das Gefundene anderen mitgeteilt haben.
Jetzt nach tausend Jahren will Ich auch über euch, Meine lieben, vereinzelten Anhänger Meinen Geist wieder ausgießen, zwar nicht so, wie auf die Apostel jener Zeit, denn der Moment dazu ist noch nicht eingetreten, sondern Ich will euch Meine Liebe und Meine Gnade merklich fühlen lassen, dass ihr bei Lesung Meiner Worte den sanften Hauch Meines Liebegeistes vernehmen werdet. Ja, Meine lieben Kinder! Ich will über euch den Geist des Friedens ausgießen, und zwar den Geist des Friedens, welcher nur von innen kommt, und nicht von der Außenwelt zu erwarten ist! Liebt Mich! Und vergesst eure Mitbrüder und Geschwister nicht!
Bereitet euch vor, für ernstere Stunden auch stärkeres Gemüt zu besitzen, denn die Welt liegt sehr im Argen, und es wird noch ärger werden. Das große Lebensschiff der blindlings forttaumelnden Menschheit, die keine Mahnungen, keine Belehrungen, keine Drohungen, keine Worte der Liebe mehr vernehmen will, sondern nur ihren Bauch als Götzen erkennend, dem Wahn nach der Herrschsucht und dem Eigennutz forttreibt, dieses Lebensschiff ist nahe daran, am Felsen der Ewigkeit zerschellt zu werden, um dort seine große Schuld zu zahlen, und zwar auf einmal, während die Menschheit früher selbe hätte nach und nach abtragen können!
Meine lieben Kinder! Da diese Katastrophe nicht friedlich verlaufen wird, und ihr in diesem Wirbel als Mitschiffende auch zum Teil Mitleidende sein werdet, deswegen benutze Ich den großen Erinnerungstag der Sendung Meines Heiligen Geistes euch aufmerksam zu machen, dass wie dort, auch in der Jetztzeit Seher und Propheten aufstehen werden; auch ihr, beeinflusst von Meinem Geist, werdet stets klarer das Unabweisbare mit Riesenschritten herannahen sehen, so manches Opfer werdet ihr fallen sehen, so manche große Kalamität miterleben müssen! Daher an diesem Tag, wo ihr diese Worte lesen werdet, fließt Mein Geist in eure Herzen ein, er wird euch stärken und nie mehr verlassen, damit ihr standhaft seid, wenn auch die Welt von euch abfallen wird, und ihr in die Öffentlichkeit zu treten werdet gezwungen sein, und dann vielleicht beschimpft und verfolgt werdet, auf dass ihr dennoch nicht verzagen mögt! Lasst nicht ab von Meinem Wort und Meiner Lehre, und Mein Geist wird euch stärken, und stets den rechten Weg führen; diese Versicherung soll euch allen als Endresultat des großen Erinnerungstages mit auf euren Lebensweg gegeben sein! Amen.


Quelle: Pfingstsegen als Licht und Trost fürs Leben, Neu-theosophische Schrift Nr. 36, Kundgabe vom 1. Juni 1870



Nachwort:

Einst sagte der Apostel und der Prophet Joel: „Es werden Jünglinge und Mädchen Gesichte, und die Ältesten Träume haben.“
Wenn ihr alle Meine Kinder auf dem rechten Weg der Liebe zu Mir getreu beharrt, so werdet auch ihr Gesichte haben und prophetische Träume werden euch künden den Erfolg der kommenden Ereignisse. Vieles werdet ihr vielleicht miterleben und miterdulden, aber verzweifelt nicht an Meiner Gnade, denn ein irdischer Vater verlässt seine Kinder nicht, und auch Ich, mehr als ein irdischer Vater, werde nicht nur euch nicht verlassen, sondern euch mit Meiner ganzen Macht und Liebe schützend bei Seite stehen. Dies sei euch gesagt, als am Erinnerungstag des Moments, wo Ich Meinen Geist über Meine Jünger ausgoss, wodurch sie alle beseligt waren. Dass auch für euch eine solche Stunde noch kommen, und dann ein jeder von euch die ganze Tragweite seiner Mission erkennen wird, des könnt ihr versichert sein. Mein Segen umschwebt euch, Meine Kinder, und so lange Ich euch diesen Namen gebe, seid auch überzeugt, dass Ich euch schützen werde in allen Fällen, die da kommen mögen, denn Meine Kinder gehören nicht mehr dieser Erde, sondern Meiner Ewigkeit an, das bedenkt wohl, ihr rechtmäßigen Erben aller Meiner Seligkeiten, die Ich ausgeschüttet habe im weiten Raum der Unendlichkeit, und die in ihren von euch nie zu ahnenden Schönheiten und unermesslichem Lichtglanz Schritt für Schritt euch zurufen werden:
„Seht uns an, wir Wunderwerke einer unendlichen Liebe, für euch sind wir erschaffen worden, und unser Hauptzweck ist, denen, die den Vater lieben, immer und ewig nie zu verwelkende Seligkeiten darzubieten!“
Dies Meine Kinder, ist die Sprache Meiner Schöpfungen, die nur allein Meine Kinder ganz verstehen und begreifen werden, was das sagen will: „Kinder des ewigen Vaters und Herrn der Unendlichkeit zu sein.“ Amen.
Dies sagt euch euer liebevollster Vater als am Erinnerungstag an jene Zeit, wo Er Seine ersten Kinder mit Seinem Segen und Heiligen Geist übergoss, und Der selben bereit hält, ihn auch euch in aller Fülle wieder zu geben, sobald ihr ihn benötigen werdet, um für Ihn zu wirken, zu leben, und im Jenseits Seine Engelsgeister zu werden! Amen, Amen, Amen!


Quelle: Pfingstsegen als Licht und Trost fürs Leben, Neu-theosophische Schrift Nr. 36, Kundgabe vom 1. Juni 1870


Zurück zum Seiteninhalt